Olaf Kupfer
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Olaf Kupfer

Sergej Lepke

Olaf Kupfer

Diesel-Autos verpesten die Umwelt mit Stickoxiden – das haben wir gewusst. Und in einer Zeit, in der die Stickstoffdioxidbelastung von Innenstädten um ein Vielfaches zu hoch ist und das Land NRW und beigeladene Städte vom Umweltbund verklagt werden, weil sie keine Lösungen anbieten, ist das allein mindestens für alle Diesel-Fahrer keine gute Nachricht. Die noch schlechtere Botschaft allerdings ist eine andere: In Zeiten, in denen wir die gesundheitliche Belastung der Bürger durch Schadstoffsünden so ernst nehmen sollten wie die Belastung der Umwelt insgesamt, wissen wir immer noch nicht, welchen Schaden welche Automobile genau anrichten. Wir sollten in unserer technologisch fortentwickelten Welt weiter sein.

Die Wahrheit ist: Wir sind weiter und könnten es wissen, es ist aber offensichtlich gewollt, dass wir eben genau das nicht so wirklich wissen. Politisch allemal: Nicht nur der Verkehrsminister Dobrindt (CSU) ist ein großer Lobbyist der Autoindustrie, die Nähe der Politik zu dieser deutschen Kern-Industrie ist traditionell enorm. So lange man bei der Autobranche nicht so genau hinsehen will und noch nicht einmal zufällig ausgewählte Serienfahrzeuge unabhängig vom Hersteller nachkontrolliert, darf sich niemand über belastende Zahlen wundern, die man ja bislang so noch nicht auf dem Zettel hatte.

Es müssen schnell mobile Messgeräte her, die Fahrzeuge endlich unter realen Fahrbedingungen testen. Das ist unerlässlich für einen berechenbaren Ausstoß von Stickoxiden und damit für eine realistische Einschätzung, wenn es schon sehr bald daran gehen wird, tatsächlich an Fahrverboten für Dieselfahrzeuge in Innenstädten zu arbeiten. In der Folge wird es auch um Haftungsansprüche gehen müssen. Der größere Auftrag, der nach der Studie der ICCT allerdings noch klarer vor Augen liegt: Es braucht sehr ernsthaft neue Mobilitätskonzepte für Innenstädte, die auf Elektromobilität setzen. Und keine Ankündigungspolitik dazu mehr.

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