Bundesinnenminister stellt "Masterplan Migration" vor
Horst Seehofer scheint einen Mangel an Empathie zu haben.

Horst Seehofer scheint einen Mangel an Empathie zu haben.

Kay Nietfeld

Horst Seehofer scheint einen Mangel an Empathie zu haben.

Wenn in einer Zeitung zu einem Thema bereits mehrere Meinungsbeiträge erschienen sind, beschleicht den Journalisten das Gefühl, doch mal eine neue Sau durchs Dorf treiben zu müssen. Man entschuldige die Saloppheit – doch sie passt sich dem Gegenstand dieser Zeilen an.

Einem Bundesinnenminister, der das Schicksal von Menschen für fröhliche Frotzeleien nutzt und damit nicht nur schlechten Stil, sondern endgültig völlige Stillosigkeit offenbart. Und das muss dann doch noch mal gesagt werden. Ob Herrn Seehofer seine Worte über 69 Abschiebungen zu seinem 69. Geburtstag – als wären sie ein Geschenk – mit dem Wissen um den Suizid eines jungen abgeschobenen Afghanen im Halse stecken geblieben wären?

Juliane Kinast

Ein Kommentar von Juliane Kinast. Foto: Judith Michaelis

Und dabei geht es nicht um die Frage, ob die Zurückweisung eines verurteilten Straftäters legal war. Es geht vielmehr darum, dass oberster Herr über diese Frage jemand ist, der einen eklatanten Mangel an Empathie und Sensibilität gegenüber Menschen zur Schau stellt, für die sein Wort über Leben oder Tod, Glück oder Unglück entscheiden kann.

Und dabei nicht einmal klug genug ist, es an irgendeinem Gerolfinger Stammtisch privat beim Weißbier zu tun – sondern in sämtliche TV-Kameras der Republik.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer