Der Hamburger Schauspieler ist vor 50 Jahren gestorben.

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Hans Albers ließ sich von den Nazis nichts vorschreiben.

Hans Albers ließ sich von den Nazis nichts vorschreiben.

dpa

Hans Albers ließ sich von den Nazis nichts vorschreiben.

Hamburg. Sehnsucht nach Weite und Meer, Hafenromantik und Reeperbahn - kaum ein Filmstar hat das Hamburg-Gefühl so gut getroffen wie Hans Albers (1891-1960). In Filmen wie "Große Freiheit Nr. 7", "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" und "Das Herz von St. Pauli" machte er das Vergnügungsviertel St. Pauli weltberühmt.

In der Realität sah vieles ganz anders aus. Hans Albers ist nie zur See gefahren, er trug fast zehn Zentimeter hohe Plateausohlen, und seine Halbglatze verbarg der "blonde Hans" unter einem Toupet. Am Samstag jährt sich sein Todestag zum 50. Mal.

Der Hamburger Jung’ lebte meist in Berlin und am Starnberger See

Den größten Teil seines Lebens hat er auch nicht an der Elbe, sondern in Berlin und am Starnberger See gebracht. Dort soll er aber von Zeit zu Zeit ein Tonband mit Hafengeräuschen abgespielt haben. Geboren wurde Albers allerdings in Hamburg - am 22. September 1891 als jüngstes von sechs Kindern des Schlachtermeisters Philipp Albers und seiner Frau Johanna im Stadtteil St.Georg. Schon als Schüler gab er sein Taschengeld für das Theater aus. Dem Wunsch seines Vaters entsprechend, machte er jedoch eine Kaufmannslehre und arbeitete in Frankfurt in einer Seidenfirma. Dort nahm er heimlich Schauspielunterricht.

Im Ersten Weltkrieg wurde er schwer verletzt und hätte fast ein Bein verloren. Danach spielte er an Berliner Bühnen meist komische Rollen und rund 100 Stummfilmrollen. 1929 wirkte im ersten deutschen Tonfilm "Die Nacht gehört uns" und etwas später an der Seite von Marlene Dietrich in "Der blaue Engel" mit.

Auch in der NS-Zeit hielt er zu seiner jüdischen Lebensgefährtin

Zu den Nationalsozialisten hatte Albers ein distanziertes Verhältnis: Er zeigte sich nie an der Seite hochrangiger NS-Funktionäre. Als Publikumsmagnet war er trotzdem geschätzt und konnte daher hohe Gagen fordern. Als die Nazis die Trennung von seiner jüdischen Lebensgefährtin, der Schauspielerin Hansi Burg, forderten, trennte er sich offiziell, lebte jedoch weiter mit ihr am Starnberger See. Während des Krieges sorgte er dafür, dass sie über die Schweiz nach England emigrierte. 1946 kehrte sie nach Starnberg zurück. Einer seiner größten Erfolge ("Große Freiheit Nr. 7" von 1944), in dem Albers als singender Seemann mit gebrochenen Herzen brillierte - wurde von den Nazis verboten und kam erst nach dem Krieg in die deutschen Kinos.

Bis heute halten in Hamburg Kneipen wie das "Albers Eck" und "La Paloma" die Erinnerung an den Filmschauspieler wach. Und ein Denkmal haben sie ihm auch errichtet: Auf dem Hans-Albers-Platz steht eine Skulptur des Künstlers Jörg Immendorff.

Die ARD zeigt mehrere Albers-Filme:

25. Juli, 14.30 Uhr: "13 kleine Esel und der Sonnenhof"

28. Juli, 0.50 Uhr: "Große Freiheit Nr.7"

28. Juli, 2.40 Uhr: "Der Mann, der Sherlock Holmes war"

30. Juli, 10.30 Uhr: "Der tolle Bomberg"

1. August, 14.40 Uhr: "Münchhausen"

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