Das Trommel-Ensemble Kodo macht am 6. März in der Tonhalle Düsseldorf Station.

Kodo-203(c)_Takashi_Okamoto12x8.jpg
$caption

$caption

$caption

$caption

$caption

Bild 1 von 4

Düsseldorf. Kodo, das legendäre japanische Trommelensemble, ist und bleibt ein Phänomen: atemberaubend rasant und geschickt, umwerfend virtuos und präzise, verblüffend melodisch – und enorm athletisch. Die Möglichkeiten ihrer Instrumente demonstrieren die Kodo-Künstler nun einmal mehr auf ihrer One Earth Tour: Evolution, die im Frühjahr 2018 in sechs Städten deutschlandweit zu erleben sein wird.

Vor fast 40 Jahren begannen die japanischen Trommelkünstler von Kodo, die japanische Trommel-tradition aufzuarbeiten und sie auf die Bühnen der Welt zu tragen – womit sie ihren internationalen Durchbruch feierten. Über 5800 Aufführungen in 45 Ländern machten Kodo zum bekanntesten Trommelensemble der Welt. Mit immer neuen Impulsen verwandeln sie die alte japanische Kunst zu einer lebendigen Musik unserer Zeit, in der archaische Riten und musikalische Avantgarde har-monisch verschmelzen. Was sie in den vergangenen vier Jahrzehnten an Inspiration erfuhren, floss in ihre Kunst ein, schärfte ihre Sinne, erweiterte den Horizont – niemals gab es Stillstand, und noch immer gibt es kein Konzert, von dem das Publikum nicht in die faszinierende Welt der Rhythmen fortgetragen wird.

One Earth Tour: Spiral / Evolution

Seit 1984 agiert das Ensemble unter dem Banner One Earth Tour und möchte damit seiner Sehn-sucht nach Transzendenz von kulturellen Grenzen Ausdruck verleihen und an die Allverbundenheit des Menschen erinnern. In den letzten Jahren haben die One Earth Tour-Produktionen „Mystery“ (2013), „Eternity“ (2014) und „Chaos“ (2015) bewusst auf das bedeutendste Symbol des Ensembles verzichtet: die O-daiko – oder die große Trommel. Stattdessen präsentierten diese Programme die neue Generation von Kodo und ihre Kompositionen – ein selbstredendes Zeichen für die Ent-schlossenheit der Gruppe, den Blick in die Zukunft zu richten. Die jüngste Produktion „Evolution“ beginnt nun mit einem Rückblick auf die innovativen Züge dieses neuen Repertoires, das unter der Leitung des Künstlerischen Direktors Tamasaburo Bando zwischen 2009 und 2013 entstand. Dieser erklärt dazu:

„Hinter Spiral/Evolution steckt der Gedanke, dass die Vielfalt der Werke, die wir in den früheren Konzerten versammelt haben, sich mit den neuen Werken, die Kodo jetzt aufführt, verbinden lassen – Kodo entwickelt sich weiter, während es sich durch eine Spirale von der Vergangenheit in die Zukunft bewegt."

Von Anfang an Herz- und Kernstück der Kodo-Tourneen, verbinden diese Konzerte für die Musiker die Grundgedanken von Toleranz, gegenseitigem Respekt der Kulturen und einem friedlichen Miteinander. Schon immer verstanden sich die Mitglieder von Kodo als Botschafter, die ihre Kunst als ein Mittel der Verständigung nutzen. Seine Kraft schöpft das Ensemble aus dem Zusammenleben. Als eine geschlossene Gemeinschaft von rund 50 Männern und Frauen leben die Kodo-Mitglieder auf der Insel Sado vor Japan, eng verbunden mit der Natur, die sie zu vielen ihrer Werke inspiriert hat. Dorthin kehren sie am Ende ihrer Tourneen zurück: um aufzutanken, zu lernen, zu lehren und dem Wort „Vollkommenheit“ wieder ein Stück näher zu rücken.

Kei Kei
Yuta Sumiyoshi, 2012

Phobos
Kenta Nakagome 2009

Mute
Yosuke Oda 2013

Kusawake
Yuta Sumiyoshi 2013

O-daiko
Traditional, arranged by Kodo

Monochrome
Maki Ishii, 1977

– Pause –

Color
Masayuki Sakamoto, 2009

Ake no Myojo
Yosuke Oda, 2012

Yuyami
Yuta Sumiyoshi, 2013

Ayaori
Yuta Sumiyoshi, 2016

Rasen
Tamasaburo Bando, 2016

 

Tamasaburo Bando – Künstlerischer Leiter

Tamasaburo Bando ist ein führender Kabuki-Darsteller und derzeit der populärste und gefeierteste Künstler der japanischen Bühnen. Sein tiefes ästhetisches Bewusstsein zeigte sich bei zahllosen Ge-legenheiten, wenn ihm höchste Anerkennung für seine Kunst zuteilwurde. Als Bühnenregisseur erhielt er für Produktionen wie „Romeo & Juliet“ und „Kaijin Besso“ Auszeichnungen, als Filmre-gisseur demonstrierte er seine künstlerische Kompetenz in Filmen wie „Gekashitsu“, „Yume no Onna“ oder „Tenshu Monogatari“, die zu Meilensteinen des Genres wurden. Im April 2012 über-nahm Tamasaburo Bando die künstlerische Leitung von Kodo. Im September 2012 wurde ihm die hohe kulturelle Auszeichnung eines „Living National Treasure“ zuerkannt, und 2013 wurde er mit der höchsten französischen Auszeichnung, mit dem „Commandeur des Arts et des Lettres“, geehrt.

Kodo

Die Taiko – das ist eine traditionelle japanische Trommel mit schier grenzenlosen rhythmischen Möglichkeiten. Kodo erkennt seine Mission darin, diese Möglichkeiten zu nutzen und dabei neue Wege für eine lebendige Kunstform vorzugeben. Im Japanischen hat das Wort „Kodo“ eine dop-pelte Bedeutung: Zum einen kann es mit dem Begriff „Herzschlag“ übersetzt werden und so für den Urgrund aller Rhythmen stehen. Tatsächlich sagt man, dass die große Taiko an den Herzschlag einer Mutter erinnere, wie er in der Gebärmutter von heranwachsenden Föten wahrgenommen werde, die von den donnernden Vibrationen in den Schlaf gewiegt werden. In einem anderen Kon-text bedeutet „Kodo“ auch „Kinder der Trommel“, was die Intentionen der Gruppe, das Schlag-zeug mit dem einfachen Herzen eines Kindes zu spielen, spiegelt.

Seit dem Debüt bei den Berliner Festspielen im Jahr 1981 hat Kodo mehr als 6.000 Vorstellungen in 49 Ländern auf fünf Kontinenten gegeben. Diese Fülle von Auftritten beinhaltet 3.900 Auffüh-rungen unter dem Motto „One Earth“ – „Eine Erde“, ein Bild, das für Kodos Absicht steht, sprachliche und kulturelle Grenzen zu überschreiten, und das im Publikum gleichzeitig ein Bewusst-sein für die gemeinsamen Bande wecken soll, die uns alle als Menschen verbinden. Neben seiner Bühnentätigkeit arbeitet Kodo im Rahmen seiner „School Workshop Performance“- Touren be-geistert mit Tausenden Schulkindern in ganz Japan. Das Ensemble beteiligt sich zudem an einer Vielzahl von Projekten und Events, darunter Auftritte bei großen internationalen Festivals, die Mitwirkung an Film- Soundtracks und die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl führender internatio-naler Vertreter der darstellenden Kunst.

Im Jahr 2001 waren es Mitglieder von Kodo, die als erste japanische Künstler in einem Friedensno-belpreiskonzert im norwegischen Oslo auftraten. Ein Jahr später war Kodo Teil der offiziellen Hymne der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2002 KOREA/JAPAN ™ und absolvierte verschie-dene Live-Auftritte im Rahmen offizieller Weltcup-Veranstaltungen. 2003 rückte die weltweite An-erkennung, die dem chinesischen Film „HERO“ zuteilwurde, auch Kodos Arbeit für den Sound-track des Films in den Mittelpunkt des internationalen Interesses.

2006 stand im Zeichen der ersten Zusammenarbeit mit dem renommierten Kabuki Künstler Ta-masaburo Bando, aus der „Amaterasu“ hervorging, ein Musiktanzstück, das auf einem japanischen Mythos basiert. Diese Produktion sollte zu einem Katalysator für Kodo werden, der die Gruppe zu neuen Formen des perkussiven Ausdrucks anregte und den Weg zu einer noch breiter angelegten Präsenz auf den großen Bühnen der Welt ebnete, einschließlich des legendären Kabukiza Theater in Tokio. Bando nahm die Einladung an, von 2012 bis 2016 als Kodos künstlerischer Leiter zu wirken.

Tamasaburo Bando & Kodo

Die erste Kodo-Produktion unter der Leitung von Tamasaburo Bando war 2003 „Kodo One Earth Tour Special“. Diese Produktion wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg entwickelt, während Tamasaburo Bando fünfmal die Insel Sado für Proben besuchte. 2006 folgte die erste Zu-sammenarbeit auf der Bühne in „Amaterasu“, einem Tanzstück, das auf einem japanischen Mythos basiert. Bando übernimmt darin die Rolle der Sonnengottheit Amaterasu, und die Kodo-Mitglieder sind göttliche Wesen, die sich durch Musik und Tanz ausdrücken. Diese Aufführung wurde für Kodo zum Auslöser, neue Wege einzuschlagen.
Im August 2007 folgten weitere Vorstellungen am Kabukiza Theater in Tokio. 2009 stand im Zei-chen der Uraufführung von Kodos „Dadan“, eine Produktion, die zu einer umfassenden Darstel-lung der Essenz des Trommelns geriet. 2012 folgten vier ausverkaufte „Dadan“- Vorstellungen im Pariser Théâtre du Châtelet, und im Mai des gleichen Jahres Bandos erste Produktion als Kodos künstlerischer Leiter.
Jedes Jahr präsentiert Kodo neuartige Produktionen unter der Regie von Tamasaburo Bando. 2013 und erneut 2015 wurde die Neubearbeitung von „Amaterasu“ mit dem Gastkünstler Harei Aine auf die Bühne gebracht. 

 

Düsseldorf: 06.03.2018, 20.00 Uhr, Tonhalle

Tickets sind ab sofort unter Tel. (01806) 570070 oder auf www.eventim.de sowie bei allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.