Am 24. August verlassen die Köllsche Jungs ihre Heimatstadt und gastieren in Wuppertal auf der Waldbühne, um dort ein stimmungsvolles Open Air zu geben.

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Kasalla spielen im August in Wuppertal.

Kasalla spielen im August in Wuppertal.

Rosenheim Rocks

Kasalla spielen im August in Wuppertal.

Wuppertal. Einem (TV-)Millionenpublikum mag der rheinische Kraftausdruck „Kasalla“ (Ärger, Krawall) erstmals im Programm von RTL in seiner ganzen Pracht aus dem Munde des mitteilungsfreudigen Ex-Fußball-Profis Thorsten Legat im Dickicht des australischen Urwalds zu Ohren gekommen sein. Für Musikfans landauf, flussab ist die seit Jahren erste und einzige Begriffs-Assoziation: Kölns beliebteste und erfolgreichste Mundart-Band.

Einen Status, den Kasalla sechs Jahre nach ihrer Gründung mittlerweile unangefochten einnehmen. Am 24. August verlassen die Köllsche Jungs ihre Heimatstadt und gastieren in Wuppertal auf der Waldbühne, um dort ein stimmungsvolles Open Air zu geben. „Es gibt in Köln Dutzende Bands, die Mundart spielen und davon leben können, das glaubt einem ja anderswo keiner, wenn man das erzählt“, sagt Sänger und Songwriter Bastian Campmann, der Kasalla 2011 zusammen mit Ex-Peilomat-Gitarrist Flo Peil ins Leben rief.

Und fürwahr: Eine derart lebendige, aktive und wirtschaftlich erfolgreiche Mundart-Szene im Grenzbereich zu Rock und Pop ist in anderen bundesdeutschen Ballungsräumen kaum vorstellbar. Ein Phänomen, das ohne Karneval allerdings auch nicht möglich wäre. Campmann und Peil fiel die Entscheidung, nach jahrelangen Erfahrungen im Bereich Rock und Punkrock eine Band mit stark lokalem, inhaltlichen Bezug zu gründen, nicht weiter schwer: Bastians Vater war sein Leben lang eine feste Größe in der Musikszene der Domstadt, Flo schrieb bereits Songs für die kölschen Legenden Bläck Fööss.

Was es allerdings tatsächlich bedeutet, Mitglied einer Band zu sein, deren Musik fester Bestandteil im Repertoire der fünften Jahreszeit ist, vermag man sich anderorts kaum vorstellen. „Während der Karnevalszeit spielt man innerhalb von nur sechs Wochen 200 Mal, das sind etwa zehn Auftritte pro Tag“, skizziert Bastian Campmann das Arbeitspensum zwischen Anfang Januar und Mitte Februar. „Damit erreicht man allerdings auch unglaublich viele Leute“. Ein Kraftakt, der sich nachweislich auszahlt. Kasalla zählen (unter anderem aufgrund des durchschlagenden Erfolgs ihres allerersten Songs „Pirate“, der zu einem der meistgespielten Songs der Karnevalssession 2011/2012 wurde) nicht nur während des Karnevals zu den meistgebuchten Acts – das komplette Jahr hindurch geben die fünf Musiker im Umkreis von hundert Kilometern jedes Wochenende Konzerte.

Das bislang alles überragende Live-Großereignis fand allerdings am 9. und 10. September 2017 anlässlich des fünften Band-Geburtstages statt. Der erste Termin in der 12.500 Zuschauer fassenden Lanxess-Arena, der größten Halle der Domstadt, war ratzfatz ausverkauft, so dass Campmann und Co. ebendort einen zweiten Termin ansetzen mussten. Letztendlich feierten an beiden Tagen 26.000 Fans mit der Band - und den musikalischen Ehrengästen Gentleman, Carolin Kebekus und Von Brücken. Sensationelle Zahlen, die sich selbst in einer vom Lokalpatriotismus geprägten Stadt wie Köln alles Dagewesene übertreffen.

Karten für das Konzert gibt im Internet unter www.lcb-online.de

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