Das Bühnenstück nach dem Film aus den 90er-Jahren ist derzeit im Berliner Theater des Westens zu sehen.

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Der Banker Sam Wheat und seine Freundin, die Künstlerin Molly Jensen, führen eine glückliche Beziehung. Nach seinem Tod kehrt Sam als Geist zu Molly zurück.

Der Banker Sam Wheat und seine Freundin, die Künstlerin Molly Jensen, führen eine glückliche Beziehung. Nach seinem Tod kehrt Sam als Geist zu Molly zurück.

Johann Persson

Der Banker Sam Wheat und seine Freundin, die Künstlerin Molly Jensen, führen eine glückliche Beziehung. Nach seinem Tod kehrt Sam als Geist zu Molly zurück.

Berlin. Noch ist es leer auf der Bühne im Theater des Westens, wo zuletzt bekannte Musicals wie „Les Misérables“, „Tanz der Vampire“, „Die drei Musketiere“ und „We will rock you“ aufgeführt wurden. In einer Stunde beginnt die Abendvorstellung einer Inszenierung von Regisseur Matthias Davids. Immer mehr Menschen steigen mit erwartungsvollen Mienen die Stufen zum Theater hinauf. Viele blicken an der weißen Fassade empor. Große Banner zeigen einen Mann und eine Frau, ihre Gesichter in tiefer Verbundenheit aneinandergeschmiegt: Die Darsteller Willemijn Verkaik und Alexander Klaws. Beide geben noch bis Oktober in ausgewählten Vorstellungen die Hauptrollen im aktuellen Musical „Ghost – Nachricht von Sam“.

Die Darstellerin der „Molly“ spielte schon am Broadway

Am 7. Dezember feierte die Produktion Premiere, mehr als 100 Vorstellungen gab es schon. Wie die gleichnamige TV-Fantasykomödie des US-amerikanischen Regisseurs Jerry Zucker aus dem Jahr 1990, erzählt das Musical „von der Kraft der wahren Liebe“, wie es Verkaik beschreibt. Der Star, der unter anderem am Broadway in New York City und am Londoner West End Theatre auftrat, spielt Molly, den einen Teil eines ineinander verliebten Pärchens. Nachdem die Töpferin und ihr Lebenspartner, der Banker Sam, ins gemeinsame Heim gezogen sind, trifft sie ein schwerer Schicksalsschlag: Vor Mollys Augen erschießt ein Unbekannter Sam bei einem Überfall auf offener Straße. Das stürzt die Witwe in tiefe Trauer – und versetzt Sam in helle Aufregung. Denn zunächst merkt er gar nicht, dass er tot ist.

Momente zum Schluchzen und zum Lachen

Obwohl Sam zu seiner Liebsten keinen physischen Kontakt mehr aufnehmen kann, weicht er ihr als Geist kaum jemals von der Seite. Bevor er ganz loslassen kann, hat er noch etwas zu erledigen. Zum einen will er Mörder und Tatmotiv identifizieren, was eine böse Überraschung zutage fördert. Zum anderen muss er seine Liebste warnen, denn auch sie schwebt in höchster Gefahr. Schnell lernt Sam, sich zwischen den Welten zu bewegen, und benutzt unter anderem das Medium Oda Mae Brown (Marion Campbell), um zu Molly zu sprechen. Oda Mae wiederum treibt Sam – und Molly – regelmäßig zur Verzweiflung. Und den Zuschauern vor Lachen das Wasser in die Augen.

Doch auch Tränen des Mitgefühls kullern im Publikum. 25 eindrucks- und gefühlvoll performte Songs, darunter die zeitlose Ballade „Unchained Melody“ der Righteous Brothers (1965), bringen die unterschiedlichen Gefühle auf den Punkt. Die Sehnsucht nach dem nicht mehr greifbaren Partner verkörpern die beiden Hauptdarsteller in Perfektion. Auch Dramatik, Spannung, Wut und Freude überträgt das hervorragend harmonierende, Ensemble mit Kraft und Dynamik auf die Zuschauer (Choreograph: Lee Proud). Die wähnen sich beizeiten nicht mehr im Theatersaal, sondern mitten in Brooklyn, wo ein verzweifelter Geist versucht, seiner Freundin seine sprichwörtlich grenzenlose Liebe noch ein einziges Mal zu beweisen.

Willemijn Verkaik („Wicked – die Hexen von Oz“) und Alexander Klaws, Sieger der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (2003) sowie späterer Musical-Hauptdarsteller („Tarzan“, „Jesus Christ Superstar“) gleichen ihren TV-Vorbildern Demi Moore und Patrick Swayze nicht, stehen ihnen aber sonst in nichts nach. Für das Film- Skript wurde Drehbuchautor Joel Rubin 1991 übrigens mit dem Oscar für das beste Originaldrehbuch ausgezeichnet. 

Stage Theater des Westens, Kantstraße 12, 10623 Berlin. Erbaut im Hebst 1895 als privates Sprech-Theater auf dem Kohlenplatz einer ehemaligen Meierei.

Etwa 2 Stunden und 40 Minuten inkl. Pause (ca. 15 Minuten).

Von 39,90 Euro (PK 5) bis 109,90 Euro (Premium); Ermäßigungen für Kinder, Schüler, Senioren, Gruppen ab 20 Personen und weitere Personenkreise.

Alle Stage Musicals sind zum einen als reines Veranstaltungsticket zu tagesaktuellen Preisen buchbar. Zum anderen bietet die TUI individuell gestaltbare Kombi-Tickets in Verbindung mit einem Hotel aus dem hauseigenen Programm inklusive Eintrittskarten-Versicherung zu unterschiedlichen Preisvorteilen an.

Zwei Übernachtungen mit Frühstück im Hotel am Steinplatz im Doppelzimmer inklusive Eintrittskarte für „Ghost – das Musical“, Preiskategorie 3, für eine Samstagabend-Vorstellung: ab 308 Euro pro Person.

Fast genauso faszinierend wie die mitreißenden schauspielerischen Leistungen, stets begleitet vom unter der Bühne versteckten Orchester, sind die Kulissen (Bühnenbild: Hans Kudlich), deren Veränderung manchmal kaum merklich vonstatten geht und mit optischen Täuschungen, Licht, Bewegung und Schatten spielt.

Dank einem clever durchdachten Konzept, wenigen unprätentiösen Requisiten und präzisem Timing gleiten die Zuschauer von einem Ort zum nächsten, von einer Welt in die andere. Und müssen sich nach dem berührenden wie glanzvollen Ende der Show erst einmal sammeln, bevor sie langsam ins echte Leben zurückkehren.

www.stage-entertainment.de

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