Düsseldorf. Frau weg, Job weg, und um den Verstand ist es auch nicht mehr gut bestellt. Der ehemalige Mathematiker Martin Blunt (Peter Schneider) ist in „Die Summe meiner einzelnen Teile“ von Autor und Regisseur Hans Weingartner nach einem Aufenthalt in einer geschlossenen Anstalt am Boden der Gesellschaft angekommen.

Als Obdachloser versucht er erfolglos, die Welt mit Hilfe seiner Zahlen zu begreifen. Mit dem zehnjährigen Flaschensammler Viktor (Timur Massold) aus der Ukraine baut er im Wald eine ausgeklügelte Hütte. Die beiden können zwar nicht miteinander reden, träumen aber von einem besseren Leben in Portugal. Doch die Realität, die Martin entglitten ist, folgt den Ausgestoßenen in ihr utopisches Waldparadies.

In seinen Filmen „Free Rainer“ und „Die fetten Jahre sind vorbei“ verpackte Weingartner die Rebellion gegen das System noch als humorvolle Abenteuergeschichten. Der Fast-Stummfilm „Die Summe meiner einzelnen Teile“, der am Donnerstag in die Kinos kommt, beschreibt hingegen schonungslos beklemmend den sozialen Abstieg und die innere Rebellion eines Isolierten.

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