Werner Heister lehrt an der Hochschule Niederrhein das erfolgreiche Studieren. Der Zukunftstrend beim Lernen heißt Digitalisierung.

Werner Heister lehrt an der Hochschule Niederrhein das erfolgreiche Studieren. Der Zukunftstrend beim Lernen heißt Digitalisierung.
Pauken per Podcast: Heute wird digital oder zumindest analog und digital gelernt, sagt Lernexperte Professor Werner Heister.

Pauken per Podcast: Heute wird digital oder zumindest analog und digital gelernt, sagt Lernexperte Professor Werner Heister.

dpa

Pauken per Podcast: Heute wird digital oder zumindest analog und digital gelernt, sagt Lernexperte Professor Werner Heister.

Mönchengladbach. Die schlechte Nachricht lautet: Studierende tun sich oft schwer mit dem Lernen, weil es ihnen in der Schule nicht vermittelt wurde. Die gute Nachricht lautet: Ihnen kann geholfen werden. Universitäten wetteifern darum, ihnen mit Lernprogrammen unter die Arme zu greifen. An der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach kümmert sich Werner Heister um das erfolgreiche Studieren.

Studenten sind unselbstständiger, das Studium verschulter

Eigentlich wollte der Professor für Betriebswirtschaft ein BWL-Buch schreiben, bemerkte aber schnell, dass er zuvor erklären musste, wie man lernt, an den Inhalt dafür zu kommen. Mittlerweile hat er acht Bücher übers Lernen lernen geschrieben – aus Spaß und aus Notwendigkeit.

Die Schule versagt vermutlich an dieser Stelle, weil sie das Thema nicht in den Stundenplan integriert und weil viele Lehrer nicht in der Thematik drin sind. Heisters Wahrnehmung: „Die Studenten sind weniger selbstständig und das Studium ist insgesamt verschulter.“ Mehr leisten müssten die jungen Leute dagegen gegenüber früher nicht.

Die Unis bieten Einführungswochen, Patenschaften und besondere Lernangebote. So hat die Freiburger Uni das Onlinetraining „Elis“ (Erfolgreich lernen im Studium) entwickelt oder bietet wie die Berliner Universität ein Einführungs- und Orientierungsstudium an.

Werner Heister lehrt an der Hochschule Niederrhein das erfolgreiche Studieren. Der Zukunftstrend beim Lernen heißt Digitalisierung.

Bei Professor Heister erhalten Studierende mit Problemen eine Studienverlaufsberatung und lernen mit dem so genannten „On-Demand“-Programm Methoden, um ihre Lernkompetenzen zu entwickeln. Außerdem hat der 56-Jährige eine Facebook-Gruppe mit mittlerweile 3000 Mitgliedern eingerichtet. Eine Hotline für Fragen rund um „Wissenschaftliches Arbeiten“. Als er selbst studierte, steckte die Arbeit mit dem Computer noch in den Kinderschuhen: „Ich lernte mit Block und Stift, vielen dicken Büchern und viel Präsenz“, erinnert sich der Lernexperte. Heute wird digital oder zumindest analog und digital gelernt. Heister: „’Blended Learning’ verbindet die Vorteile von E-Learning als auch die Vorteile von Präsenzlernen.“ Beispiel: Im Flipped Classroom werden die Inhalte zum Beispiel als Videos angeboten, die sich der Student vor der eigentlichen Präsenzveranstaltung ansieht. Dort wird der Stoff dann angewendet, heißt in die Praxis eingeordnet, geübt, angewendet, diskutiert. Wie viel digital oder analog ein Student lernt, bleibt natürlich ihm überlassen. Wichtig sei, dass es Spaß macht, so Heister: Bereits Comenius, der Verfasser der Didactica Magna (1650), habe erkannt: „Alles, was beim Lernen Freude macht, unterstützt das Gedächtnis.“