Saarbrücken (dpa) - In Saarbrücken hat am Dienstag der Prozess gegen den früheren Chef des Saarland-Museums, Ralph Melcher, wegen Untreue und Vorteilsannahme begonnen. Zum Auftakt verlas der Staatsanwalt mehr als eine Stunde lang die detaillierte Anklageschrift.

Er warf Melcher vor, mehr als 40 Mal mit dem von der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz beschäftigten Projektsteuerer für die Erweiterung des Saarland-Museums in teuren Restaurants gespeist sowie Privatreisen zumindest teils dienstlich abgerechnet zu haben. Zudem soll Melcher Schmiergeld in Höhe von 8000 Euro von dem Architekten kassiert und durch einen fingierten Beratervertrag kaschiert haben.

Die Anklageschrift listet akribisch die Details der gemeinsamen Essen und Treffen Melchers mit dem Projektsteuerer zwischen 2006 und 2010 auf. So gab es danach jedes Mal teure Speisen, es floss fast immer edler Wein sowie Champagner, französischen Sekt oder Prosecco.

Die Vorwürfe gegen ihn sind ein Randaspekt des Skandals um die Erweiterung der modernen Galerie des Museums. Die Kosten für das Projekt sollen sich seit Planungsbeginn inzwischen auf mindestens 25 Millionen Euro verdreifacht haben. Für die Gerichtsverhandlung gegen Melcher sind sieben weitere Termine bis Ende Februar angesetzt.

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