Das jüngste Werk des brasilianischen Schriftstellers verbreitet geballte spirituelle Weisheiten.

Roman
Paulo Coelho soll nur zwei Wochen gebraucht haben, um sein jüngstes Buch „Die Schriften von Accra“ zu schreiben.

Paulo Coelho soll nur zwei Wochen gebraucht haben, um sein jüngstes Buch „Die Schriften von Accra“ zu schreiben.

dpa

Paulo Coelho soll nur zwei Wochen gebraucht haben, um sein jüngstes Buch „Die Schriften von Accra“ zu schreiben.

Genf. Den großen Fragen der Menschheit haben sich viele Schriftsteller gewidmet. Aber kaum jemand schreibt darüber so messianisch wie Paulo Coelho, auch wieder in seinem jüngsten Werk „Die Schriften von Accra“.

Der Brasilianer, der seit Jahren in der Gegend von Genf lebt, überstand dort im Herbst 2011 eine Herzoperation. Zu der Zeit bekam er vom Sohn des britischen Archäologen Sir Walter Wilkinson die Kopie einer uralten Textsammlung über das frühe Christentum aus der Stadt Accra im Norden des heutigen Israel. Nur zwei intensive Wochen soll der Bestseller-Autor für das Schreiben seines auf den Accra-Texten beruhenden Buches gebraucht haben, die er in eine Handlung vom blutigen Sturm der Kreuzritter auf Jerusalem 1099 einbettet.

Mit Gleichnissen, Symbolik und Mystik sowie einer einfachen Sprache hat sich Coelho in die Herzen eines weltweiten Publikums geschrieben. „Ihr stellt mir Fragen, und ich werde antworten“, sagt im jüngsten Buch ein weiser Kopte, als sich verzweifelte Menschen im belagerten Jerusalem drängen.

Jede Antwort gerät zu einer Weisheit, die Balsam für geschundene Seelen sein soll. „Sprich zu uns über die Niederlage“, sagt einer. Und der Kopte sagt: „Besiegt ist nur, wer aufgibt. Alle anderen sind siegreich.“ Zehn prägnante Spruchweisheiten hat der Diogenes-Verlag als Postkarten drucken lassen.

„Die Liebe ist ein Akt des Glaubens, kein Tauschhandel“

Eine Auswahl: „Wunder öffnen Türen, zu denen niemand einen Schlüssel hat.“ oder „Die Liebe ist ein Akt des Glaubens, kein Tauschhandel.“ Beim Thema Sex ist er praxisorientiert: „Öffne ohne Furcht das Kästchen deiner geheimen Fantasien. Der Mut des einen wird die Kühnheit des anderen anstacheln.“

Paulo Coelho, geb. am 24. Aug. 1947 in Rio de Janeiro, gehört zu den meistgelesenen Schriftstellern der Welt. Übersetzt in mehr als 70 Sprachen, erreicht er mit Büchern wie „Der Alchimist“, „Veronika beschließt zu sterben“ und „Aleph“  eine Auflage von mehr als 145 Millionen.
 

Paulo Coelho: „Die Schriften von Accra“; Diogenes, 192 Seiten, 17,90 Euro.

Es gibt immer wieder Kritiker, die seine Bücher als religiös verbrämte Unterhaltungsliteratur abtun. Coelhos Figuren, fand der Schweizer Journalist und Lateinamerika-Kenner Sandro Benini in der „Weltwoche“, seien „psychologisch so spannend wie das Piktogramm auf einem Verkehrsschild“. Er verkünde „metaphysische Binsenweisheiten“.

Seine Leser sehen das naturgemäß anders: Coelhos Bücher, bekunden viele bei Lesungen und in Briefen, hätten ihr Leben zum Besseren verändert. Mehr als fünf Millionen folgen ihm bei Twitter, mehr als neun Millionen Facebook-Freunde – die können doch nicht alle irren?

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