Die Ausstellungshalle Nummer drei ist fertig. Tony Cragg erklärt den Ausbau des Skulpturenparks Waldfrieden für abgeschlossen.

Ausstellungshalle Nummer drei ist fertig. Tony Cragg erklärt den Ausbau des Skulpturenparks Waldfrieden für abgeschlossen.
Sie stellen nun auch im Skulpturenpark aus: Klaus Simon (li., neben einem seiner Werke) und Thomas Kühnapfel (r). In der Mitte: Bildhauer Tony Cragg.

Sie stellen nun auch im Skulpturenpark aus: Klaus Simon (li., neben einem seiner Werke) und Thomas Kühnapfel (r). In der Mitte: Bildhauer Tony Cragg.

Anna Schwartz

Sie stellen nun auch im Skulpturenpark aus: Klaus Simon (li., neben einem seiner Werke) und Thomas Kühnapfel (r). In der Mitte: Bildhauer Tony Cragg.

Wuppertal. Wer den Skulpturenpark Waldfrieden kennt – und davon gibt es, nicht nur in Wuppertal viele – weiß, dass er erstmal bergan gehen muss, um in den einzigartigen Genuss der Mischung aus Bildhauerei und Natur zu kommen. Der Weg wird in Zukunft noch länger, denn ab Samstag ist die dritte Ausstellungshalle zugängig, die am oberen Ende den Park aus dem Wald heraus verlängert. Der in Wuppertal lebende britische Bildhauer Tony Cragg, der den Park gegründet und eingerichtet hat, um dort seine Werke und die anderer Künstler zu zeigen, erklärt damit „den Ausbau der Infrastruktur des Parks für beendet“. Nun stehen Sammlung und Ausstellungen, auch aus dem Bestand, im Mittelpunkt.

Aus der Ellipse wurde ein abgerundetes Quadrat

Zuvor aber heißt es, die neue Halle mit ihren 319 Quadratmetern Ausstellungsfläche und ihrer Glasfassade, die den Blick auf die Stadt hinab erlaubt, kennenzulernen. Um hier bauen zu dürfen, musste ein Stück Wald an die Stadt abgetreten werden. Das war vor fünf Jahren. Nach einjähriger Bauzeit steht das Gebäude. Entworfen wurde es von dem Wuppertaler Architekten Rudolf Hoppe und Tony Cragg, die auch schon die Ausstellungshallen eins und zwei zusammen gestaltet haben. Diesmal wollte Cragg eigentlich „keinen Kasten“, sondern eine Ellipse. Die wurde „ein Quadrat mit abgerundeten Ecken“, wie der 68-Jährige launig erklärt, „weil eine Ellipse wegen der Raumverteilung nicht passt“. Außerdem wurde in die Halle eine Wand eingezogen, um künftig auch Wandarbeiten zeigen zu können.

In dem dadurch entstandenen Raum steht aktuell „All Things Fall“ von Mat Collishaw. Der Engländer (Jahrgang 1966) gehört zur Generation der Künstler um Damien Hirst und schuf das Schlüsselwerk 2104. Die Halle teilen sich insgesamt vier Arbeiten: drei sind von Klaus Simon. Der Bildhauer (Jahrgang 1949) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, lebt in Krefeld und arbeitet mit Holz. Sein „Turm“ passt haargenau in das neun Meter hohe Gebäude. „Beetle Sphere“ des indonesischen Künstlers Ichwan Noor (Jahrgang 1963) ist in der Tat eine zu einer Kugel geformte Karosserie. Im Park schließlich steht, durch einen neuen Pfad zu erreichen, „Big Animal 1“ des Reeser Stahlbildhauers Thomas Kühnapfel (Jahrgang 1966), der bei Cragg studiert hat. Cragg sagt zur Auswahl: „Die Künstler sind unterschiedlich, auch in Form und Material. Genau so hat auch der Skulpturenpark immer funktioniert.“ Und weiter: „Wir sehen die Bildhauerei als breites Feld, diese Disziplin kann unheimlich viel, hat viele, unterschiedliche Ansätze.“Alle Werke sind entweder Neuerwerbungen, Leihgaben oder sollen demnächst erworben werden. Demnächst (wenn das Wetter mitspielt) soll auch die neue Rasenfläche neben der Halle mit drei Skulpturen (von William Tucker, Ulrich Rückriem und Per Kirkeby) gestaltet und mit Sitzbänken versehen werden. Eine weitere Aufenthaltsmöglichkeit für Besucher, die die Villa im Eingangsbereich des Parks entlasten soll. Außerdem soll der Zaun, der noch den alten vom neuen Bereich trennt, abgerissen werden, „damit der Skulpturenpark eine Einheit bildet“, erläutert Cragg.

Kleiner Wermutstropfen: 2017 war nur ein „relativ erfolgreiches Jahr“, weil die Besucherzahl erstmals nicht stieg, was, so hofft Cragg, dem schlechten Wetter geschuldet war. Aber die Ausstellungen mit den wichtigen Bildhauern Klaus Rinke und im Anschluss Imi Knoebel (noch bis Dezember) seien ganz fantastisch gewesen, so dass „wir sehr zufrieden sind“, so Cragg, der sich auch durch die aktuelle Wetterlage nicht die gute Laune trüben lässt.

Zum Waldfrieden- Konzept gehören auch die „überaus erfolgreichen“ Konzertreihen „Klangart“ und „Tonleiter“, die 2017 an ihre Kapazitätsgrenzen gerieten. Die beiden Auftritte des Pianisten Martin Stadtfeld im Rahmen des Klavierfestivals Ruhr waren ein besonderes Erlebnis, weil hier erstmals mit Sponsoren zusammengearbeitet wurde und weil der Künstler sein Klavier an die Glaswand der Halle lehnte, „so dass das Gebäude zu einem Klangkörper wurde“.

Geplante Ausstellungen ab 2018 sollen der schwedischen Künstlerin Eva Hild (derzeit mit zwei Werken vertreten), der Kölner Künstlerin Christiane Löhr, Markus Lüpertz, Joan Miró und Bogomir Ecker gewidmet sein.

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