Potsdam (dpa) - Erst Wahrzeichen Preußens, dann Instrumentalisierung durch die Nazis: Die schwierige Geschichte der Potsdamer Garnisonkirche zeichnet ab 14. Januar eine Dauerausstellung nach.

Die Schau in der Kapelle am Standort des im Krieg zerstörten Barockbaus konzentriere sich auf dessen «politische Bedeutungsgeschichte», sagte der Direktor des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kurt Winkler, am Freitag. «Es gibt wenige Orte in Deutschland, die so aufgeladen sind mit historischer Bedeutung.»

Seit vielen Jahren wird in Brandenburgs Landeshauptstadt um die Garnisonkirche und einen möglichen Wiederaufbau gerungen. Das 1735 fertig gestellte Gotteshaus galt als Symbol Preußens. Bei einem Bombenangriff Ende des Zweiten Weltkrieges brannte es aus und wurde 1968 vom DDR-Regime gesprengt. Am 21. März 1933 hatte Reichspräsident Paul von Hindenburg zur Konstituierung des Reichstages in der Garnisonkirche Adolf Hitler als Reichskanzler die Hand gegeben. Die Inszenierung des «Tags von Potsdam» gilt seitdem als Schulterschluss zwischen dem monarchistischen Preußen und dem Nationalsozialismus.

Die Ausstellung soll dazu beitragen, die Diskussion über den Stellenwert der Garnisonkirche und ihren umstrittenen Wiederaufbau weiterzuführen, wie Kurt Winkler vom Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte sagte.

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