Jazzsängerin Nikki Yanofsky ist erst 16 Jahre alt – und sang bereits bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele.

Nikki Yanofsky
Nikki Yanofsky ist zarte 16 Jahre alt.

Nikki Yanofsky ist zarte 16 Jahre alt.

dpa

Nikki Yanofsky ist zarte 16 Jahre alt.

Hamburg. Gerade einmal 16 Jahre alt ist die kanadische Jazzsängerin Nikki Yanofsky und gilt vielen als Wunderkind. Sie sang bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver die kanadische Nationalhymne und die Erkennungsmelodie „I Believe“. Auch beim Disney-Film „High School Musical 2“ machte sie mit. US-Star Tony Bennett hält sie gar für die begabteste Sängerin seit Judy Garland. Und Profis wie Quincy Jones sagen über sie: „Sie muss vom Himmel gekommen sein.“

Schon mit zwölf Jahren trat sie vor 100 000 Menschen auf

Dabei ist die junge Frau keine Anfängerin. Sie beherrscht den Scattgesang, eine Improvisation der Stimme in der Jazzmusik, und stand bereits mit Größen wie Herbie Hancock, Michael Bublé, will.i.am (von den Black Eyed Peas), Ex-Fugee Wyclef Jean, Céline Dion und Liza Minelli im Aufnahmestudio oder auf der Bühne. Angefangen hat alles mit Ella Fitzgerald: Als Elfjährige lernte Yanofsky die Musik der US-Sängerin lieben. Ein Jahr später trat sie mit ihren Liedern beim Montreal Jazz Festival vor 100 000 Menschen auf.

„Ein Wunderkind bin ich nicht – ich bin ich“

Mit 13 Jahren folgte der Platten-Einstand mit dem Album „We All Love Ella“, auf dem sie mit Stars wie Diana Krall und Michael Bublé Songs der Jazzlegende interpretierte. Ihren 14. Geburtstag feierte Yanofsky auf der Bühne der ehrwürdigen Carnegie Hall in New York – und neben ihrer Musikkarriere ging sie zur Schule.

Starallüren sind ihr fremd. Die Eltern seien nie weit und hätten ein Auge auf sie, erzählte sie in Interviews. „Die Musik ist alles, Erfolg und Geld nur zweitrangig“, sagte die 16-Jährige. Eine fertige Sängerin sei sie noch lange nicht: „Der Tag, an dem ich glaube, die Beste zu sein, ist ein sehr schlechter Tag.“ Der „Welt“ sagte sie, ein „Wonderkind“ sei sie nicht – „ich bin ich.“

Mit „Nikki“ hat sie ihr erstes Studioalbum vorgelegt, das nicht nur gestandenen Jazzern gefallen dürfte. Auf ihrem Debüt präsentiert sie bekannte Jazzstandards wie „On The Sunny Side Of The Street“ oder „Over The Rainbow“. Aber auch eher poppige eigene Songs und solche, die für sie geschrieben wurden, finden sich unter den 13 Titeln. Etwa die geschmeidig-samtige Ballade „For Another Day“ von Gitarrist Jesse Harris, der bereits Hits für Norah Jones komponierte.

Ein großes Risiko geht Yanofsky mit ihrem ersten Album „Nikki“ nicht ein. Mit „Take The ,A’ Train“ startet sie auf dem Album mit einem eingängigen wie bekannten Lied. Der 1939 von Billy Strayhorn komponierte Titel wurde bereits von Duke Ellington, Ella Fitzgerald und Bobby McFerrin interpretiert. Mit der klassischen Swing-Big-Band-Version macht sie nicht viel falsch. Dagegen wirken die neuen, eher poppigen – wenn auch interessanten – Stücke teilweise fehl am Platz.

In diesem Jahr will sie auf Tour gehen und Songs für ihr zweites Studioalbum schreiben und aufnehmen. Ihrem Vorbild Ella Fitzgerald ist Yanofsky indes schon einen Schritt voraus: Die US-Sängerin war bereits 17 Jahre alt, als sie 1934 im Apollo Theater in Harlem debütierte.

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