Warschau (dpa) - Mit einer Festveranstaltung hat in Warschau am Donnerstagabend das internationale Janusz-Korczak-Jahr begonnen. Zahlreiche Veranstaltungen sollen dabei an Leben und Werk des jüdischen Humanisten, Pädagogen und Arztes erinnern.

Korczak, dessen Kinderbücher in Polen auch heute noch beliebt sind, ist international vor allem für sein bereits 1912 gegründetes Waisenhaus bekannt - und die heldenhafte Entscheidung, die jüdischen Kinder auch während der deutschen Besatzung nicht im Stich zu lassen, als ihm Helfer eine Möglichkeit zur Flucht aus dem Ghetto anboten. Im August 1942 wurden Korczak und 192 seiner Waisen in das Vernichtungslager Treblinka deportiert, wo sie wie die meisten der Warschauer Juden ermordet wurden.

Dass Korczaks Erziehungsideale auch nach 100 Jahren noch aktuell sind, betonte die Erziehungswissenschaftlerin Krystyna Starczewska bei der Eröffnungsveranstaltung. «Erziehung nach den Idealen von Korczak heißt nicht, ein Kind zu formen, sondern in Dialog mit ihm zu treten», betonte sie. In den kommenden Monaten sind in Polen Vortragsreihen, Trainingsprogramme für Lehrer und ein Marsch der Erinnerung geplant.

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