Peter Pabst, langjähriger Bühnenbildner des Tanztheaters, geht nach draußen.

Ausstellung
In allen Fenstern der Villa laufen Filmszenen aus Tanzstücken von Pina Bausch.

In allen Fenstern der Villa laufen Filmszenen aus Tanzstücken von Pina Bausch.

Uwe Schinkel

In allen Fenstern der Villa laufen Filmszenen aus Tanzstücken von Pina Bausch.

Wuppertal. Mooswände und Erdwälle, Salzlandschaft und Kirschblüten – und Wasser, immer wieder Wasser hat der Bühnenbildner Peter Pabst (Foto unten: Uwe Schinkel) zu sinnlichen, sprudelnden, plätschernden Elementen in den Tanzstücken von Pina Bausch gemacht. Wenn das Wuppertaler Tanztheater in dieser Saison sein 40-jähriges Bestehen mit einem vielfältigen Programm feiert, dann muss selbstverständlich auch Pabst dabei sein.

Aus den Bausch-Stücken werden neue Werke mit Gänsehautfaktor

Als er die Choreographin Ende der 70er Jahre kennenlernte, „habe ich überhaupt nichts verstanden“. Doch er hat schnell dazugelernt und neben seinen Arbeiten am Berliner Ensemble, dem Wiener Burgtheater und den Salzburger Festspielen für alle Bausch-Stücke (bis auf zwei) von 1980 bis 2009 die Bühnenbilder entworfen. Viel Material aus der Natur hat der 69-Jährige ins Theater gebracht, jetzt geht er nach draußen: Im renommierten Skulpturenpark von Tony Cragg zeigt er ab Samstag drei imposante Installationen. Er verwandelt Elemente aus der Arbeit des Tanztheaters zu neuen Werken mit Gänsehautfaktor. Aus der Villa („schönes, faules Tier“ nennt Pabst das Gebäude mit der anthroposophisch gerundeten Fassade) hat er einen bunten und betörenden Hingucker gemacht. In den zwölf Fenstern zum Park zeigen LED-Schirme Szenen aus Bausch-Stücken; darüber weht eine Klang-Collage aus ihren Produktionen. Manchmal zieht sich über alle Fenster das beschneite Schlussbild einer Aufführung – magische Momente. Still ist die Arbeit in der oberen Ausstellungshalle: Pabst lässt riesige Vorhänge herunterrieseln, auf denen Stichworte gedruckt sind, mit denen Bausch und ihre Tänzer die Stücke erarbeitet haben: „Für was kann Tango alles gut sein“, „Bevor es weh tut schützen“, „Gespräch mit den Zehen.“ Ihre Fragen seien schön und oft poetisch gewesen, sagt Pabst. Sie zeigten auch ihren Humor: „Der war von außen nicht sehr sichtbar, aber den hat sie gehabt.“ Daher stammt auch der Titel der Ausstellung: „Vorsichtshalber vorsichtig“. Beim Blick durch die Baumstämme hinunter bekommt die kleine Halle etwas Bühnenhaftes: Durch den klirrend weißen Raum ergießt sich ein Strom von mehr als 100 000 künstlichen Nelken, wie in dem gleichnamigen Stück – so rot und so warm. Die Installationen von Peter Pabst sind von Samstag bis zum 16. Februar im Skulpturenpark Wuppertal, Hirschstraße 12, zu sehen. Bis zum Ende der Ausstellung ist der Park von Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet.

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