Selten waren die Oscar-Favoriten so bunt gemischt. Neben teuren Blockbustern und großen Stars mischen Independent-Filme mit.

Filmpreis
Fiebern dem Oscar entgegen: Sandra Bullock (v. l.) und George Clooney für „Gravity“, ...

Fiebern dem Oscar entgegen: Sandra Bullock (v. l.) und George Clooney für „Gravity“, ...

..., Michael Fassbender wegen seiner Rolle als sadistischer Gutsbesitzer in „12 Years a Slave“ ...

... sowie Bradley Cooper, Amy Adams and Christian Bale für „American Hustle“.

Warner, dpa, Columbia, Bild 1 von 3

Fiebern dem Oscar entgegen: Sandra Bullock (v. l.) und George Clooney für „Gravity“, ...

Los Angeles. Das Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Oscars kennt in diesem Jahr kaum Grenzen. Es geht vom Weltraum bis zur Wall Street, von Südstaaten-Plantagen bis nach Nebraska. Alfonso Cuaróns „Gravity“, Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“, Steve McQueens Sklavendrama „12 Years a Slave“ und die Kriminalgroteske „American Hustle“ von David O. Russell wetteifern um den Oscar als bester Film.

Es gibt drei Favoriten – doch oft hatten gerade die das Nachsehen

Aber auch kleinere Independent-Produktionen wie das Sozialdrama „Philomena“, das Roadmovie „Nebraska“, und der Aids-Film „Dallas Buyers Club“ könnten den Spitzenpreis holen.

Rein rechnerisch sind „American Hustle“ und „Gravity“ mit je zehn Nominierungen und „12 Years a Slave“ mit neun Gewinnchancen die Favoriten. Doch so oft hatten gerade die Viel-Nominierten am Ende das Nachsehen. Moderieren wird die Oscar-Nacht die Talkerin Ellen de Generes (56, Foto: dpa), zum zweiten Mal nach 2007.

Der Brite Steve McQueen könnte Oscar-Geschichte schreiben und als erster schwarzer Regisseur Gold gewinnen. Sein brutales und zugleich tief berührendes Sklavendrama „12 Years a Slave“ holte im Januar den Golden Globe als bester Film.

Er sei sehr stolz darauf, einen amerikanischen Helden ausgegraben zu haben, sagte McQueen beim Empfang der Oscar-Anwärter. Für knapp 20 Millionen Dollar wurde „12 Years a Slave“ preiswert produziert. Für seinen Auftritt als sadistischer Gutsbesitzer könnte der irisch-deutsche Schauspieler Michael Fassbender seinen ersten Oscar gewinnen. Brad Pitt erhielt als Produzent des Films seine fünfte Nominierung, es wäre sein erster Oscar.

Der irische Schauspieler ist in der Kategorie Nebendarsteller für „12 Years a Slave“ nominiert. Er ist – sagen wir – fast deutschsprachig. Er hat immerhin einen deutschen Vater und ist in Heidelberg geboren, spricht nach eigener Aussage aber nur ungern deutsch.

Die deutschen Regisseure sind mit ihrem halbstündigen Zeichentrickfilm „Room on the Broom“ nach einem Bilderbuch in der Sparte „Animierter Kurzfilm“ im Oscar-Rennen.

Die deutsche Effekte-Firma könnte für ihren Betrag zum Science-Fiction-Film „Star Trek: Into Darkness“ ihren zweiten Oscar für Visuelle Effekte gewinnen, nach Martin Scorseses „Hugo Cabret“ 2012. Pixomondo produzierte für „Star Trek“ nach eigenen Angaben rund ein Drittel der Spezialeffekte.

Alfonso Cuarón, Regisseur des Weltall-Dramas „Gravity“, hat bereits den Regie-Globe und die begehrte Trophäe von Hollywoods Regisseur-Verband DGA in der Tasche. Damit zieht der Mexikaner gestärkt in das Oscar-Rennen. Mit Kinoeinnahmen von fast 700 Millionen Dollar ist „Gravity“ der Blockbuster unter den Oscar-Anwärtern.

Die Kriminalsatire „American Hustle“ mit Amy Adams und Christian Bale als Hauptdarsteller und Jennifer Lawrence und Bradley Cooper in Nebenrollen, könnte alle Schauspiel-Oscars abräumen. Zudem hofft Regisseur David O. Russell nach Nominierungen für „The Fighter“ und „Silver Linings“ endlich auf einen eigenen Gewinn.

Auch Cate Blanchett sollte nach ihrem Globe-Gewinn eine Dankesrede parat haben. In Woody Allens „Blue Jasmine“ glänzt die Australierin als labile, verwöhnte Frau. Mit ihrer sechsten Nominierung könnte sie den zweiten Oscar ihrer Laufbahn gewinnen. Das ist nichts im Vergleich zu Meryl Streep. Mit der Rolle einer tablettensüchtigen Matriarchin in „Im August in Osage County“ schraubte sie ihren Nominierungs-Rekord auf 18 hoch. Drei Goldjungen hat sie bereits, zuletzt gewann sie 2012 für „Die Eiserne Lady“.

Mit doppelten Gewinnchancen zieht Leonardo DiCaprio ins Rennen. Das verdankt er zum einen seiner Rolle als eitler Börsenmakler in „The Wolf of Wall Street“. Zudem ist er mit Martin Scorsese Produzent und damit Anwärter für den Oscar als bester Film – es wäre sein erster.

Bis Sonntag haben die Anwärter Zeit, an ihren Dankesreden zu feilen. „Haltet euch kurz und lest nicht vom Zettel ab“, riet ihnen beim „Lunch der Nominierten“ Show-Produzent Craig Zadan. „Und seid bitte nicht nervös.“ Auch wenn mehr als eine Milliarde Menschen zuschauen.

ProSieben, in der Nacht zu Montag ab 1.30 Uhr: Oscar-Verleihung live.

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