«UDO. Die Ausstellung»
Udo Lindenberg vor seinen Gemälden im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Foto: Marcus Brandt

Udo Lindenberg vor seinen Gemälden im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Foto: Marcus Brandt

dpa

Udo Lindenberg vor seinen Gemälden im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Foto: Marcus Brandt

Hamburg (dpa) - Da geht doch der Hut hoch: Das altehrwürdige Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg ehrt Udo Lindenberg als gesamtdeutsches Gesamtkunstwerk.

Viel zu sehen gibt es: Ein Schlagzeug etwa, das er vom legendären Jazz-Trompeter Miles Davis geschenkt bekommen hat, eine Buddha-Figur aus seiner Dauer-Suite im Nobelhotel Atlantic oder auch eine von Chemnitzer Fans gebaute Bar im Hut-Design gehören zu den mehr als 400 Exponaten. «UDO. Die Ausstellung» öffnet bis zum 11. März 2012 die Tore. Lindenberg findet das gut. «Museum fühlt sich geil an. Ob man es nun Museum nennt oder Panik-City. Ich würde es Panik-City nennen», sagte der 65 Jahre alte Wahl-Hamburger auf einer Pressekonferenz.

«Mit seinem 40-jährigen Wirken ist er eine der herausragendsten Gestalten in der Geschichte des deutschen Rock und Pop», formuliert es das Museum eher formell in einer Mitteilung. Die Schau beleuchtet den Sänger, Texter, Komponisten, bildenden Künstler und politischen Zeitgenossen, der einst Honecker, dem «Oberindianer», eine Lederjacke schenkte und vor FDJ-Mitgliedern im Ost-Berliner Palast der Republik auftrat.

Zusammengetragen hat die Assemblage aus Rock'n'Roll, Poesie, Malerei und Zeitgeschichte auch aus Privatbesitz die Stiftung Schloss Neuhardenberg (Brandenburg) zu Udos 65. Geburtstag im März. Dort lief die Ausstellung bereits mit viel Erfolg. In Udos Lebensstadt Hamburg sind nun noch mehr Stücke zu sehen. «Die ganze Panik ist in Hamburg gewachsen. Die Heimat ist doch hier», sinnierte Udo, als er mit typischem Nuschelsprech durch das Museum führte.

Die Ausstellung gliedert sich in 14 Kapitel, die jeweils den Titel eines Lindenberg-Songs tragen. All die Texte, Tonträger und Dokumente, Gemälde und «Likörelle», Skizzen und Manuskripte zeichnen den Werdegang des im westfälischen Gronau als Sohn eines Installateurs geborenen Künstlers nach. 1969 startete der seine Karriere in Hamburg als Schlagzeuger bei den «City Preachers», der ersten Folk-Rock-Band Deutschlands.

Später prägte er mit seinen deutschen Texten die Sprache einer Generation. Bislang veröffentlichte der vielfach ausgezeichnete Lindenberg mehr als 40 Alben. Im Museum für Kunst und Gewerbe betrachtet er sich selbst als «Kunst und Gewerbe» - um dann gleich die Werbetrommel für sein neues Album zu rühren, das seit Wochen Platz eins der Charts besetzt.

Es läuft gut für den Mann im Rentneralter: In Berlin floriert seit der Weltpremiere im Januar sein Wiedervereinigungs-Musical «Hinterm Horizont». Und die am 10. März 2012 in Mannheim beginnende «Ich mach mein Ding»-Tournee mit den Panikrockern ist schon fast ausverkauft. In Köln singt der Mann mit Hut und Sonnenbrille wegen der großen Nachfrage gleich dreimal in der Lanxess-Arena, der 20 000 Personen fassenden größten Konzerthalle der Republik.

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