Mit einem Konzert der Superlative hat die Rockband U2 mehr als 70 000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen bestens unterhalten.

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Rock in Gelsenkirchen: Die irische Band U2 mit ihrem Frontmann Bono (r.) und dem Gitarristen The Edge.

Rock in Gelsenkirchen: Die irische Band U2 mit ihrem Frontmann Bono (r.) und dem Gitarristen The Edge.

dpa

Rock in Gelsenkirchen: Die irische Band U2 mit ihrem Frontmann Bono (r.) und dem Gitarristen The Edge.

Gelsenkirchen. Groß, größer - U2: Die gewaltige Bühne im Innenraum lässt erahnen, was auf die Fans von Bono Vox, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen junior zukommt, wenn erst einmal das Licht ausgeht. Überspannt wird sie mit einer Konstruktion, die auf vier riesigen Stahlbögen ruht und mit Videoschirmen, Boxen und Scheinwerfern gefüllt ist.

Beste Sicht von allen Plätzen, das verspricht das 360-Grad-Tour-Motto der vier Iren. Sie lassen das Feld zuvor von der britischen Band Snow Patrol bestellen - und schon das läuft mit Hits wie "Chasing Cars" und "Open Your Eyes" bestens.

Um 21.11 Uhr ist es dann soweit: Im Jubel der 74 000 Zuschauer beginnt ein Auftritt, der gut zwei Stunden lang mit großen Momenten und technischen Raffinessen gespickt ist. Die Befürchtung, das Quartett könnte sich im Effekt-Gewitter und auf den Weiten der Laufstege verlieren, erweist sich als unbegründet: Neben Präsenz sind es Songs quer durch die Jahrzehnte, mit denen U2 den Abend zum Erlebnis macht.

Klar ist aber auch, dass das hier nicht nur eine Kultband, sondern auch ein globales Unternehmen ist. Und genau das spielt seit dem legendären "Joshua Tree"-Album (1987) ebenso engagiert wie mit viel Geld ganz vorne im Musik-Zirkus mit.

Viele Stücke stammen von den neueren Alben

Ein großer Teil des Sets stammt von jenen Alben, die nach der Jahrtausendwende entstanden sind und live alle Stadion-Rock-Register ziehen: Songs wie "Elevation", "Beautiful Day" oder "Magnificent" und auch das Titelstück "No Line On The Horizon" vom aktuellen Album werden tausendfach mitgesungen. Klassiker wie "I Still Haven’t Found What I’m Looking For", "Where The Streets Have No Name" und "With Or Without You" erledigen den Rest.

Der Auftritt in Gelsenkirchen war das einzige Konzert von U2 in NRW und das letzte dieser Tournee in Deutschland.

Viele Fans reisten aus dem europäischen Ausland an. Einige wurden auf die Bühne geholt, um ein Portrait der Menschenrechtlerin Aung San Suu Kyi vor ihre Gesichter zu halten.

Die Musiker, die immer wieder über den runden Laufsteg schreiten - der Schlagzeuger erledigt das mit einer Solo-Trommel - spulen das Programm nicht einfach nur runter, sie zelebrieren es mit ihrem Publikum. Als The Edge seine Gitarren-Technik kollabieren lässt, damit selbst den Frontmann verblüfft und "umgestöpselt" werden muss, stimmt U2 das krachende "Vertigo" eben noch einmal an.

Zwischen den Nummern gibt es immer wieder politische Botschaften und Appelle an die Vernunft, wenn es um Menschenrechte und den Kampf gegen Aids geht. Den Abend widmet Bono der jahrelang inhaftierten Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi aus Burma. Auch eine Grußbotschaft von Erzbischof Desmond Tutu aus Afrika wird über die Videoschirme eingespielt.

Erhaben wird es, als der Frontmann sein Publikum bittet, die Arena mit ihren Handy-Displays in ein Sternenmeer zu verwandeln, um darin dann die Ballade "One" zu singen. Wieder ein großer Moment. Perfekt.

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