Sunrise Avenue startet Deutschlandtournee
Samu Haber, Sänger von Sunrise Avenue, beim Auftaktkonzert in Stuttgart. Foto: Sebastian Kahnert

Samu Haber, Sänger von Sunrise Avenue, beim Auftaktkonzert in Stuttgart. Foto: Sebastian Kahnert

dpa

Samu Haber, Sänger von Sunrise Avenue, beim Auftaktkonzert in Stuttgart. Foto: Sebastian Kahnert

Stuttgart (dpa) - Wenn Samu Haber Deutsch spricht, kreischen junge Mädchen ebenso wie ältere Frauen. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Frontmann der finnischen Poprock-Band Sunrise Avenue meist englische Vokabeln mit den Brocken Deutsch verquast oder der Satzbau hin und wieder eher holprig klingt.

«Endlich, wir sind wieder in Deutschland. Sehr, sehr süß», sagt der 37-Jährige am Freitagabend in Stuttgart zum Start der Deutschlandtournee - und erobert damit die Herzen vor allem seiner weiblichen Fans.

Die fünf Finnen sind in die ausverkaufte Hanns-Martin-Schleyer-Halle gekommen, um ihr Album «Unholy Ground», das im Herbst auf Platz drei in die deutschen Charts eingestiegen ist, zu bewerben. Der Sound ist der bekannte. Mal sind die Stücke rockiger, mal balladiger. Doch auch wenn Haber die rund 12 500 Menschen immer mal wieder zum Mitsingen animieren will - wirklich mitreißen kann er sie vor allem bei den Klassikern wie «I Don't Dance» oder «Fairytale Gone Bad». Als zum Abschluss das Intro von «Hollywood Hills» am Piano erklingt, steht das Publikum selbst in den Reihen mit Sitzplätzen.

Die Poprocker performen gut 100 Minuten auf einer zweistöckigen Bühne, auf der sich vor allem die Gitarristen in Szene setzen. Allein Haber wechselst quasi nach jedem Song das Instrument. Nur bei «Girl Like You» von der neuen Platte setzt er sich auf einen Barhocker. Ihn begleitet bloß ein Klavierspieler. Teenager jauchzen auf.

Im Hintergrund werden während der Show immer mal wieder weiße Banner aus- und eingefahren. Sie wirken ein bisschen wie ein aufgestellter Zebrastreifen. Darauf projiziert werden mal ein Sternenhimmel, mal animierte Tiere wie Vögel, mal bunte Dreiecke, Kreise oder andere Symbole. Die dominierden Farben: Weiß, Rot und Orange. Zwischendurch werden Liveaufnahmen gezeigt. Dabei im Fokus - natürlich: Samu Haber.

Wie sehr die Band, die schon mit Emma-Awards und zig Gold- und Platinschallplatten Erfolge feiern konnte, von der Popularität ihres Sängers profitiert, macht auch die Tatsache deutlich, dass das Konzert in Stuttgart wegen der großen Nachfrage aus der Porsche-Arena verlegt werden musste. Richtig berühmt wurde Haber in Deutschland mit seiner Teilnahme als Juror in der jüngsten Staffel der Talentshow «The Voice of Germany». Dafür hat er extra an seinen Deutschkenntnissen gefeilt. Die Trainingsergebnisse gibt er auch beim Konzert zum Besten: «Wir haben Scheiße in der Hose, alle fünf», sagt er - und meint, dass er und seine Bandkollegen aufgeregt seien.

Trotzdem spricht er mit dem Publikum in Stuttgart meist auf Englisch. Oder wählt einen Sprachenmix. So erklärt er: «Wir sind a little excited und ausgeflippt - oder wie auch immer ihr sagt in your beautiful country.» À propos Lob: Stuttgart ist nach Habers Worten «einer der schönsten und coolsten Orte der Welt».

Die Fans freut's. Erst recht, als Haber dann noch die Gunst der Stunde - beziehungsweise des Tages nutzt (es ist der 14. Februar): «Be our valentine», ruft er und fragt, ob Verliebte im Saal seien. Die sollen sich bitte küssen. Alle anderen sich wenigstens umarmen.

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