Kurz vor dem großen Jubiläumsjahr der Fantastischen Vier bringt Thomas D. ein Soloalbum raus.

neuerscheinung

Rainer Jensen

Berlin. Es ist ein Drama, eine Tragödie in mehreren Akten: „Aufstieg und Fall des Tommy Blank“ erzählt chronologisch die ruhmreiche und exzessive Karriere eines Phantom-Musikers bis hin zu seinem tragischen Ende.

Das Konzeptalbum ist die fünfte Solonummer von Fanta-Vier-Mitglied Thomas D. und erscheint morgen.

Die 13 Songs (plus Intro) kommen ungewöhnlich hart und mitunter aggressiv daher. „Meine Liebe zum Hip-Hop ist eigentlich erst in den letzten Jahren richtig groß geworden“, erklärt Thomas D.

Natürlich seien viele Stücke – vor allem der amerikanischen Kollegen mit ihren frauenfeindlichen, homophoben oder rassistischen Texten – inhaltlich indiskutabel. „Trotzdem entfacht die Energie in dieser Musik etwas in mir.“

Eine späte Entdeckung des 44-Jährigen, der immerhin seit bald einem Vierteljahrhundert mit seiner Band „so was ähnliches wie Hip-Hop“ macht. Im kommenden Jahr feiern die Fantastischen Vier mit neuer Platte und großer Tour ihren 25. Geburtstag. Kurz vor dem Jubiläumsspektakel veröffentlicht Thomas D. nun nochmals eine eigene Platte.

Reichlich Gaststars zur Unterstützung

Unterstützt wird er bei „Aufstieg und Fall des Tommy Blank“ von zahlreichen prominenten Gastmusikern. Samy Deluxe oder Afrob sind ebenso dabei wie Moses Pelham. Der Frankfurter Rapper zählte mit seiner Band Rödelheim Hartreim Projekt einst zu den Lieblingsfeinden der Fantas. Und Jupiter-Jones-Sänger Nicholas Müller singt mit Thomas D. den derben Song „Erfolg is a Bitch“, der die Abgründe des Ruhms aufgreift.

Eine besondere Überraschung ist Cäthe. Im ersten Lied „Aufstieg und Fall“ singt sie einen kraftvollen Refrain, der zu den Höhepunkten des Albums zählt. Berührend der Titel „Brüder“ mit Herbert Grönemeyer. „Der Song handelt von sehr enger Bande, wie es sie vielleicht nur unter Brüdern gibt, und auch von dem Verlust dieser Bande“, sagt Thomas D., der wie Grönemeyer einen Bruder verloren hat.

Bleibt zuletzt die Frage: Wie viel Thomas D. steckt eigentlich in Tommy Blank? „Ein Tommy nimmt viel mehr Drogen, hat viel mehr Erfolg und lebt intensiver.“ Der Mysteriöse werde nie wiederkommen, „jedenfalls nicht als die Person, die wir kannten.“

Konzept erinnert an Bowies Alter Ego „Ziggy Stardust“

Trotz einiger Highlights kann die Idee hinter der Platte, deren Titel an David Bowies legendäres Konzeptalbum „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“ erinnert, leider nicht komplett überzeugen. Für manche Fans ist der späte Wandel des Künstlers zum härteren Hip-Hop vielleicht gewöhnungsbedürftig.

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