New York (dpa) - Drastische Vorwürfe gegen die U2-Musiker Bono und The Edge hat die frühere Regisseurin des Spider-Man-Musicals, Julie Taymor, erhoben. Im Gerichtsstreit um ihren Rauswurf hielt Taymor den beiden eine Intrige vor:

Die gefeierten Rockstars und Erfinder des Musicals hätten sie entlassen, um von eigenen Fehlern abzulenken, heißt es in der Klage, die von mehreren US-Medien veröffentlicht wurde. Taymor fordert eine Million Dollar (750 000 Euro) plus Lizenzzahlungen und will auch ihren Ruf wiederhergestellt wissen. Die 59-Jährige hatte einen «Tony», quasi den «Oscar» der Musicals, für das auch in Deutschland erfolgreiche «The Lion King» erhalten.

Taymor wirft Bono vor, völlig unprofessionell agiert zu haben. Zu einer Arbeitsbesprechung sei er viel zu spät gekommen. Als die um 23 Uhr endlich anfangen sollte, sei der Ire mit Christy Turlington und anderen Models im Schlepptau erschienen und «nach einigen Bier» völlig unbrauchbar gewesen. Die beiden Musiker seien auch für die vielen Verzögerungen verantwortlich gewesen und hätten sie oft nicht beteiligt. Taymor will in einem Prozess beweisen, dass Bono und der Gitarrist The Edge in alle Entscheidungen, für die sie später gefeuert wurde, eingebunden gewesen seien.

«Spider-Man: Turn Off the Dark» ist das spektakulärste Musical der vergangenen Jahre am Broadway und soll auch das mit Abstand teuerste sein. Zunächst hatte das Stück allerdings mit Pannen von sich reden gemacht. Mehrere Schauspieler verletzten sich bei den Proben. Die Premiere musste immer wieder verschoben werden. Seit dem Start im Juni, ein Jahr nach dem ursprünglich geplanten Termin, läuft das Stück aber: Laut «New York Times» spielt die 75 Millionen Dollar teure Produktion im Schnitt 1,5 Millionen Dollar die Woche ein.

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