Ihre dritte CD, „Ring frei“, ist im Handel.

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Modelcoach Bruce Darnell überreicht der Sängerin LaFee einen „Bravo Otto“ als „Super Sängerin des Jahres 2008“.

Modelcoach Bruce Darnell überreicht der Sängerin LaFee einen „Bravo Otto“ als „Super Sängerin des Jahres 2008“.

dpa

Modelcoach Bruce Darnell überreicht der Sängerin LaFee einen „Bravo Otto“ als „Super Sängerin des Jahres 2008“.

Düsseldorf. Kinder brauchen Märchen. Da sind sich Pädagogen einig. Eine ganz besondere Märchenschallplatte veröffentlicht am Samstag die 18-jährige Christina Klein, besser bekannt als LaFee. "Ring frei" heißt ihre dritte CD und wie bei ihren ersten beiden Alben "LaFee" und "Jetzt erst recht" spielt sie mit den Rollen des Engels, der Elfe, der Fee. Mal lässt sie sich als gefallener Engel lasziv und böse abbilden. Dann wirkt sie wieder unschuldig und heilig.

In ihrem neuen Videoclip zum Titelsong der CD kämpft sie als fernöstlich anmutende Schönheit gegen finstere Gesellen, die aus einem futuristischen Computerspiel entsprungen sein könnten. Dazu schlüpfen die vier Musiker der Band in schwarze Lederkostüme und durchqueren dunkle Tempellandschaften. Die Sängerin räkelt sich währenddessen auf einem Bett, umgeben von schwebenden Kirschblütenblättern.

Die Dramaturgie ihres Auftrittes hat LaFee also seit Beginn ihrer nun drei Jahre währenden Karriere wenig verändert. Aufgefallen ist das Mädchen aber zunächst weniger wegen des Spiels mit diesen Polaritäten sondern durch ihre rüpelhafte Sprache. Ihre Songtexte sind zwar nicht so menschenverachtend wie die der Gängstarapper der Republik. Aber manche Liedzeile ist doch mit Worten gewürzt, die, wenn sie auf empfindsame Elternohren stoßen, schmerzen können. "Ich hau Dir eine rein" klingt aus dem Mund eines Teenagers zwar fast schon normal. Wenn allerdings Kinder im Grundschulalter die Lieder ihres Idols nachsingen, und in dieser Altersgruppe sind die meisten LaFee-Fans anzufinden, dann wirken solche Kraftausdrücke bestenfalls komisch.

Nach Tokio Hotel das erfolgreichste Medienprojekt

Trotz und wahrscheinlich auch wegen dieser Texte ist LaFee nach Tokio Hotel in Deutschland das erfolgreichste Medienprojekt in diesem Marktsegment. Die Sprachwahl und auch der harte Gitarrenrock sind durchaus Kalkül. Denn LaFee begeistert gerade die, die ohne ihre Eltern noch nicht auf Rockkonzerte gehen dürfen. Oder, aus der anderen Perspektive gesehen: LaFee begeistert auch die, die ohne ihre Kinder nicht mehr auf Rockkonzerte gehen dürfen. Letztlich ist LaFee die ideale Musik für Eltern, die mit Metallica und AC/DC groß geworden sind.

Ein weiteres Märchen wird durch LaFee erzählt, die Geschichte vom Aschenputtel. Ein ganz normales Mädchen aus Stollwerk bei Aachen, ehemalige Hauptschülerin, Tochter eines Fernfahrers und einer Imbissbesitzerin griechischer Herkunft, hat es geschafft. Selbstbewusst zeigt Christina Klein ihre stimmlichen Qualitäten.

In einigen leider oft nicht bekannten Liedern thematisiert sie die existenziellen Nöte heutiger Kinder. Da geht es um die Trennung der Eltern, um Magersucht, um sexuellen Missbrauch. In diesen Lebenssituationen kann man Kindern durchaus einen Schutzengel und auch einen Racheengel zugestehen, selbst wenn die sprachliche Ausdrucksweise jener Fee zuweilen gewöhnungsbedürftig bleibt.

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