Lenny Kravitz steht auf Leder. Foto: Greg Kadel
Lenny Kravitz steht auf Leder. Foto: Greg Kadel

Lenny Kravitz steht auf Leder. Foto: Greg Kadel

dpa

Lenny Kravitz steht auf Leder. Foto: Greg Kadel

Paris (dpa) - Rockige Konkurrenz für bekannte Geburtstagsständchen: US-Multitalent Lenny Kravitz nimmt es mit einschlägigen Hits von Stevie Wonder und den Beatles auf.

Auf seinem zehnten Studio-Album «Strut» garniert der 50-Jährige die Glückwünsche mit Gitarrensolo. Seinen noch als «Happy Birthday - Fuck You!» getexteten Song dreht Kravitz zum freundlichen «Happy Birthday To You» hart an der Grenze zwischen Rock und Schmalz. Das Stück hat jede Menge Ohrwurmpotenzial, um schon in wenigen Monaten als feucht-fröhlicher Gruppengesang durch mitternächtliche Kneipen zu schallen.

«Strut» ist für Kravitz «ein echtes Rock'n'Roll-Album». Zwölf Songs hat er dafür eingespielt, darunter auch ein Cover des Smokey-Robinson-Klassikers «Ooo Baby Baby». Kravitz stellt den Song ans Ende des Albums, sieht das Stück selbst als Rausschmeißer nach einer langen Nacht, während die Kneipe schon gefegt wird.

«Ich liebe das Album, deswegen habe ich es aufgenommen», sagt Kravitz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Es war leicht, die Songs sind einfach zu mir gekommen.» Dabei sei er sich nicht mal sicher gewesen, ob er da gerade ein Album aufnehme. «Die Musik ist einfach losgegangen.»

Die Songs entstanden «mitten im Nirgendwo» auf den Bahamas, neben New York und Paris seine dritte Heimat. Kravitz spielt wie stets fast alle Instrumente selbst, hat «Strut» auch produziert. Für ihn ist das «ein unausgesprochener Dialog», eine Gefühlssache. «Ich habe dann verschiedene Hüte auf. Der Drummer, der Bassist, der Gitarrist, der Keyboarder, der Sänger, der Arrangeur, der Produzent - das bin jedes Mal ich, aber es sind verschiedene Seiten von mir.» So mache er es immer. «Alle diese Charaktere arbeiten zusammen für den Groove.»

Dieser Groove kommt sehr körperlich und treibend rüber in Stücken wie «Sex» oder «Dirty White Boots», bleibt balladig in «She's A Biest» oder «The Pleasure and The Pain», wird hart und rockig im Titelsong «Strut» und in «New York City». Mit diesem Song schrieb Kravitz gleich noch eine Liebeserklärung an seine Geburtsstadt. «New York wird immer ein großer Teil meines Lebens bleiben.» Es sei die Stadt seiner Kindheit. «Da ist was in mir, die Gefühle, die Erfahrungen, alles, was diese Stadt mir gegeben hat.»

«Strut» klingt sehr deutlich nach Kravitz. Für ihn selbst sind jedoch «keine zwei Alben gleich». Produktion, Soundqualität, Klang seien jeweils verschieden. «Die Alben sind Momentaufnahmen», sagt der Musiker, «ich bin niemand, der sich wiederholen kann - selbst wenn ich es versuchen würde, könnte ich nicht nochmal das selbe Album machen.» Solche Aufnahmen seien für ihn «meine freie Zeit». Niemand nerve ihn dann und sage, «beeil Dich, das muss jetzt raus».

Bei seinen anderen Aktivitäten muss er da mehr Rücksicht nehmen. Der Schauspieler Kravitz («Die Tribute von Panem», «Der Butler») will Spaß dabei haben, ein «tolles Projekt, das muss fesselnd, interessant sein». Deswegen wolle er «mit großen Regisseuren arbeiten». Auch der Designer und Innenausstatter Kravitz lässt Dinge am liebsten auf sich zukommen. «Es laufen gerade verschiedene Projekte: ein Club hier in Paris, Hotel-Projekte in Las Vegas und Tokio, weltweit Stores einer Firma in Los Angeles - wir haben 'ne Menge zu tun.»

Im Mittelpunkt steht jetzt die Tour zum neuen Album. «Wir proben, basteln alles zusammen. Darauf konzentriere ich mich im Augenblick.» Der Start der Europa-Tournee, die ihn auch nach Berlin, Frankfurt, Stuttgart, München und Oberhausen führen wird, ist am 22. Oktober in Moskau vorgesehen. Kravitz denkt dabei nicht an Ukraine-Konflikt und Sanktionen. «Ich spiele für die Leute, nicht für die Regierung. Ich habe da keine Probleme damit.»

Tourdaten: 05.11. Berlin - o2 World, 07.11. Frankfurt - Festhalle, 08.11. Stuttgart - Schleyerhalle, 15.11. München - Olympiahalle, 18.11. Oberhausen - König-Pilsener Arena

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