Kylie Minogue
Kylie Minogue 2012 in Berlin. Foto: Axel Schmidt

Kylie Minogue 2012 in Berlin. Foto: Axel Schmidt

dpa

Kylie Minogue 2012 in Berlin. Foto: Axel Schmidt

Berlin (dpa) – Wird nach Miley Cyrus nun etwa auch die nette Kylie Minogue verrucht? «Sexy Love», «Sexercize», «Les Sex» - gleich drei Songtitel ihres neuen Albums könnten vermuten lassen, Australiens Popstar Nummer eins husche diesmal musikalisch vollends unter die Bettdecke.

Aber keine Angst: Schlüpfrig wird es mit Kylie nie. Am Freitag (14. März) erscheint mit «Kiss Me Once» ihre zwölfte Platte.

Eigentlich muss die 45-Jährige nichts mehr beweisen. Neben Madonna ist sie die vielleicht ausdauerndste Ikone im internationalen Mainstream-Pop. Sie hat es sogar ins Guinness Buch der Rekorde geschafft: Niemandem anderen ist es gelungen, in vier Jahrzehnten jeweils ein aktuelles Album in den Top Fünf der britischen Charts zu platzieren. Von «Kylie» (1988) bis zuletzt «Aphrodite» (2010) - anscheinend trifft sie stets den gegenwärtigen Pop-Zeitgeist.

Aber schafft sie das 2014 auch mit «Kiss Me Once»? Hat ein von vielen als überaus sympathisch gefeierter Star wie Kylie noch Platz in einem Pop-Business, dessen Schlagzeilen mittlerweile eine jüngere Garde aus Miley Cyrus, Rihanna, Katy Perry und Lady Gaga bestimmt?

Von Klatschspalten aber lässt sich Kylie anscheinend sowieso nicht beirren: Über Skandale hört man von ihr so gut wie nichts. Ihr haftet eher ein artiges Image an. Als Grande Dame des Dance-Pop ist sie derzeit Jurorin und Mentorin in der britischen Ausgabe der Casting-Show «The Voice». Bald wird sie so auch in ihrer Heimat den australischen Pop-Nachwuchs beäugen.

Mit dem Album-Opener «Into The Blue» setzt Kylie auf Altbewährtes: auf leichten, eleganten Luxus-Pop, der sich ohne großes Brimborium in die Ohrmuschel pflanzt. «Es ist die 2014er Version eines Kylie-Songs», sagt sie in einem Interview. An die charmanten Singles der vergangenen Jahre wie «I Believe In You» oder «All The Lovers» reicht sie damit zwar nicht heran. Vielleicht aber kommt ihr ein crossmedialer Anschub von der bald startenden RTL-Show «Let's Dance» zugute, deren offizieller Song «Into The Blue» ist.

Um einiges brillianter ist der Tanz-Hit «I Was Gonna Cancel». Niemand geringerer als Pharrell Williams hat an dem Song gefrickelt. Es scheint fast so, als werde es dieses Jahr nur wenige Pop-Alben geben, bei denen der Produzenten-Superstar keine Finger im Spiel hat. Für Kylie zaubert er einen funkigen Electro-R&B-Ohrwurm, der genauso gut auf die letzte Daft-Punk-Platte gepasst hätte. «I Was Gonna Cancel» wäre ein würdiger Nachfolger des legendären Kylie-Hits «Can't Get You Out Of My Head».

Daneben hat das Album mit «Sexy Love» noch einen weiteren Sommerhit-Kandidaten. Zeilen wie «You're on fire, but you play it cool (du brennst, aber machst auf cool)» haben zwar ein bisschen was von Teenager-Romantik, passen aber perfekt zum federleicht-spaßigen Clap-Beat. Die beiden Songs «Sexercize» und «Les Sex» - erscheinen von der braven Kylie dann leider doch etwas zu bemüht. «Ja, es gibt einige heiße Momente», gibt sie zu, «aber meiner Meinung nach sind sie eher heiß in Bezug auf Popmusik - wenn das irgendeinen Sinn ergibt.»

Mit «Kiss Me Once» hat die Australierin ein wirklich ordentliches Dance-Album vorgelegt: Für die Experimentierfreudigeren gibt es schleifende Dubstep-Loops («Sexercize») und futuristische Off-Beats («If Only»). Und die anderen bedient sie mit klassischem Kylie-Sound. Also: Auch 2014 werden die Tanzböden wohl nicht ohne Kylie Minogue auskommen.

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