Oldenburg (dpa) - Ihre Musik ist tief in der kongolesischen Rumba verwurzelt: Staff Benda Bilili sind Straßenmusiker aus dem Kongo, fast alle sind behindert. Seit dem 1. Juli tourt diese außergewöhnliche Band durch Europa.

Am Montagabend trat sie beim Oldenburger Kultursommer open air und bei freiem Eintritt vor rund 5000 Zuschauern auf. Über die Gage der nicht nur durch den Kinofilm «Benda Bilili» weit bekannten Band will Andreas Holtz von der Kulturetage Oldenburg nicht reden. «Obwohl das Konzert das teuerste im Festivalprogramm ist, ist der Auftritt nur meiner langen Freundschaft zum deutschen Agenten der Gruppe zu verdanken», sagte Holtz.

Der Dokumentarfilm «Benda Bilili» hatte am 19. Mai seinen Kinostart. Die französischen Filmemacher Renaud Barret und Florent de la Tullaye hatten die Straßenmusiker aus Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, mehr als fünf Jahre begleitet und auch bei den ersten Plattenaufnahmen unterstützt. Gründer und einer der vier Hauptsänger ist der 55-jährige Sänger Ricky Likabu. Das jüngste Mitglied der Band ist nach Angaben der Kulturetage ein 17 Jahre alter Straßenjunge, der mit atemberaubendem Soli auf seiner selbst gebauten, einsaitigen Laute spielt.

Der Oldenburger Kultursommer geht noch bis zum 31. Juli. Staff Benda Bilili reiste direkt von Lüttich (Belgien) für einen Tag in die niedersächsische Stadt an der Hunte. Am 15. Juli haben die Straßenmusiker mit ihren Rollstühlen und Krücken ihren nächsten Auftritt im französischen Arles. In Deutschland sind sie erst am 9. August in Karlsruhe wieder zu sehen und zu hören.

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