Katharina Wagner. Foto: Maurizio Gambarini
Katharina Wagner. Foto: Maurizio Gambarini

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Katharina Wagner. Foto: Maurizio Gambarini

Bayreuth (dpa) - Für die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, war die Zusammenarbeit mit dem «Ring»-Regisseur Frank Castorf «professionell, normalerweise ruhig, souverän und konzentriert auf die Sache». Das sagte sie im Interview des «Nordbayerischen Kuriers» (Donnerstagsausgabe).

«Die meisten Regisseure schöpfen die Probenzeit, die ihnen noch vor dem Abschluss ihres Engagements bekannt ist, voll aus. Jeder Regisseur hat aber die Freiheit, mit den Probendispositionen in seiner Weise umzugehen.»

Castorf hatte dem «Spiegel» gesagt, er habe den ersten Teil von Wagners Mammutwerk, «Das Rheingold», in neun Tagen inszenieren müssen und die Arbeitsbedingungen auf dem Grünen Hügel mit denen bei der Daily Soap «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» verglichen. Einen inhaltlichen Diskurs mit den Festspiel-Leiterinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier habe es nicht gegeben, sagte Castorf dem Magazin.

«Ich würde sagen, wir sind da, wenn wir gebraucht werden. Wenn ein Regisseur den Diskurs über seine Arbeit mit uns sucht, freuen wir uns sehr, drängen uns aber nicht auf», sagte nun Katharina Wagner dem «Nordbayerischen Kurier». «Je mehr Leute mitreden, desto schlechter kann das Ergebnis werden.»

Das Festspiel-Publikum sei im Übrigen sehr viel aufgeschlossener als sein Ruf. «Es hält sich hartnäckig das Gerücht, unser Publikum sei überwiegend erzkonservativ. Ist es aber nicht, das ist ein absolutes Vorurteil», sagte sie der Zeitung. «Die Besucher wollen diskutieren; ich bin durchaus der Meinung, dass unser Publikum aufgeschlossen und bereit ist, das ganz aktiv zu rezipieren, was sie erleben. Das heißt ja nicht, dass jeder permanent alles gut finden müsste.»

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