Mumford & Sons
Mumford & Sons eilen von Erfolg zu Erfolg. Foto: Universal Music

Mumford & Sons eilen von Erfolg zu Erfolg. Foto: Universal Music

The Walkabouts haben ihr Live-Album in Berlin aufgenommen. Foto: Glitterhouse

dpa, Bild 1 von 2

Mumford & Sons eilen von Erfolg zu Erfolg. Foto: Universal Music

Berlin (dpa) - Best-of-Alben kurz vor Weihnachten haben ja den Beigeschmack von Beutelschneiderei. Alte Hits neu verpackt, dazu ein, zwei unveröffentlichte Songs als Lockstoff - wenig Gegenwert fürs Geld. Bei Live-Platten ist das etwas anders - frisches Material von The Walkabouts, Mumford & Sons und Shelby Lynne.

Wenn eine Band sich ein Innehalten per Live-Album verdient hat, dann sind es wohl THE WALKABOUTS. Seit weit mehr als 20 Jahren sind sie be- und anerkannt für tolle Auftritte auf kleinen und mittleren Bühnen - nun gibt es mit «Berlin» den laut Label Glitterhouse ersten offiziellen Konzertmitschnitt der ursprünglich aus Seattle stammenden Gitarren-Folkrock-Truppe. Aufgenommen am Abend des 14. Juli 2012 im C-Club der titelgebenden Hauptstadt, präsentiert diese Platte die wunderbar harmonierenden Chris Eckman und Carla Torgerson (Vocals/Gitarren) sowie ihre vier Mitstreiter in Hochform.

Etwa die Hälfte der 13 Songs stammt vom wieder mal sehr starken aktuellen Walkabouts-Album «Travels In The Dustland» (2011), der Rest von diversen Platten der vergangenen zwei Jahrzehnte. Dabei zeigt sich, wie homogen der Sound dieser sympathischen, ehrlichen Band sich entwickelt hat, ohne dabei je eintönig zu werden. Die Live-Energie des mal getragenen, mal rauen Alternative-Rocks kommt auch per Tonträger wunderbar rüber. Nach diesem Konzert-Zwischenfazit kann das nächste spannende Kapitel der Walkabouts-Geschichte gern kommen.

Was die Amerikaner nie hatten, nämlich Massenerfolg mit eigentlich sehr traditioneller und zugänglicher Musik, das haben die Briten von MUMFORD & SONS derzeit im Überfluss. Nach dem unfassbar gut verkauften Debüt «Sigh No More» (2009) stürmten die jungen Burschen von der Insel mit dem zupackenden Folkrock ihres Zweitlings «Babel» dieses Jahr erneut weltweit die Charts (u.a. Platz 1 in den USA und Großbritannien, Rang 2 in Deutschland). Wenige Wochen später kommt schon der Nachschlag in Form einer Deluxe-Edition von «Babel» inklusive Live-CD und -DVD (letztere auch als separate DVD/Blu-ray).

Da Sänger und Songwriter Marcus Mumford seine Band vor allem durch unermüdliche Konzertauftritte zu dem Erfolgs-Ensemble von heute formte, geht die frühreife Live-Präsentation durchaus in Ordnung. «The Road To Red Rocks» zeigt zwei Auftritte von Mumford & Sons in diesem August in Colorado - die englischen Folkrocker also dort, wo sie mit ihrem Sound am besten hinpassen: in der Weite der amerikanischen Landschaft. Das üppige Paket zur Weihnachtszeit soll den Fans auch die Wartezeit bis zu den (leider schon ausverkauften) Deutschland-Konzerten im Frühjahr 2013 verkürzen.

Auf hiesigen Bühnen würde man auch die große Country-Soul- und Folkpop-Sängerin SHELBY LYNNE gern mal sehen. Bis auf weiteres muss die Live-CD/DVD genügen, mit der die 44-Jährige auf ihrem eigenen Label Everso Records zwei 2012er Solo-Konzerte in Santa Monica und London dokumentiert. Nur Shelby und ihre Gitarre, das mag nach einer recht kargen Darbietung klingen. Aber die fabelhafte Stimme der attraktiven Blondine und ihre Künste an der Akustischen lassen nie Langeweile aufkommen.

Man spürt bei beiden Konzerten, dass Shelby Lynne von ihrem Publikum geliebt wird - und es zurückliebt. «Die Nacht war magisch», schreibt die Künstlerin selbst über ihren Londoner Gig vom 25. Februar 2012 in der Union Chapel. «Es war ein Auftritt, wie ihn sich ein Performer immer erträumt.» Nach dem Grammy im Jahr 2000 für ihr Durchbruch-Album «I Am Shelby Lynne» und ihrem künstlerischen Triumph mit dem Dusty-Springfield-Tribute «Just A Little Lovin'» (2008) markiert diese Live-Platte einen weiteren Höhepunkt in der Karriere der famosen Sängerin und Schauspielerin aus den US-Südstaaten.

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