Mit fast 70 Jahren hat Tina Turner am Mittwochabend in Köln ihre Europatournee begonnen.

wza_323x500_431903.jpg
Die 69 Jahre sieht man ihr nicht an. Mit viel Power startete Tina Turner am Mittwochabend in Köln ihre Europa-Tournee.

Die 69 Jahre sieht man ihr nicht an. Mit viel Power startete Tina Turner am Mittwochabend in Köln ihre Europa-Tournee.

Reuters

Die 69 Jahre sieht man ihr nicht an. Mit viel Power startete Tina Turner am Mittwochabend in Köln ihre Europa-Tournee.

Köln. Mit fast 70 Jahren hat Tina Turner am Mittwochabend in Köln ihre Europatournee begonnen. Das hat auch etwas Anklagendes. Jetzt weiß Oma, wie sie aussehen könnte, wenn sie sich besser gepflegt hätte.

"Aber die hat ja persönliche Trainer und so was", tröstete sich Konzertbesucherin Jutta (62). "Das kann man nicht vergleichen." Und das stimmt natürlich, an Tina Turner (69) kann man nicht die gleichen Maßstäbe anlegen wie an gewöhnliche Sterbliche.

Wobei die richtigen Fans unter den 15 000 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess Arena (ehemals Kölnarena) durchaus ein paar Unterschiede zu vorangegangenen Abschiedstourneen ausmachen konnten. Tina vollführt nicht mehr gar so große akrobatische Leistungen wie früher, lässt auch schon mal ihren kleinen Background-Chor nach vorne und gönnt sich mehr Zeit zum Umkleiden, was dann jeweils mit einer Heeres- und Leistungsschau moderner Bühnentechnik überbrückt wird.

Aber selbstverständlich bleibt es ein Phänomen, wie sie in ihrem Alter glitzernde Miniröcke und schwarze Leggins trägt, auf hohen Absätzen herumstöckelt und mit ihrer rauchig-röhrenden Stimme die Halle beherrscht. Vom ersten Lied an war sie umjubelt, nach der Pause hielt es die Leute nicht mehr auf ihren Plätzen.

Es gab "The Best", "Better Be Good To Me", "Goldeneye" und all die anderen großen Hits aus fünf Jahrzehnten. Zu "We Don't Need Another Hero" hüllte sie sich in das kuriose Science-Fiction-Kostüm aus ihrem "Mad Max"-Film mit überdimensionierter blonder Perücke.

Köln war natürlich auch ein Heimspiel, Tina Turner hat mit ihrem deutschen Lebenspartner jahrelang dort gewohnt. Man muss Kölner sein, um das nicht verwunderlich zu finden.

Viele Geschichten ranken sich um ihre Zeit in der Domstadt, erstaunlich viele Leute wollen sie gekannt haben. So war an diesem Abend auch ihr früherer Friseur in die Arena gekommen. Er gehe am nächsten Tag mit ihr essen, erzählte er einem Radioreporter.

Alfred Biolek (74) wiederum berichtete der dpa, er sei früher mehrmals mit ihr essen gewesen. Eine ganz Nette übrigens. "So unkompliziert. Wenn auch immer mit ein bisschen Distanz, aber das muss so sein, wenn man ein Weltstar ist." Einmal saß er bei einer Party rechts neben ihr, und immer wenn er aufstand, um mal kurz zur Toilette zu gehen, hat sich schnell ein anderer Kölner Prominenter auf seinen Platz gesetzt.

Es versteht sich von selbst, dass an diesem Abend in der Kölnarena die älteren Semester in der Überzahl waren. Aber vereinzelt traf man auch Menschen, deren Geburtsjahr ungefähr mit Tinas erster Abschiedstournee zusammengefallen sein muss. Der 17 Jahre alte Sebastian Franz aus Essen war so einer.

Der Junge erschien eingerahmt von seiner Mutter Birgit und seiner Großmutter Uschi - drei Generationen im selben Konzert. Wie findet er die Musik? "Na ja..." Bevor er noch etwas sagen konnte, hatte seine Mutter schon klargestellt: "Er ist bekennender Fan."

Die Radioassistentin Monika aus St. Augustin besucht bereits seit drei Jahrzehnten Tina-Turner-Konzerte. Sie ist 48, aber an diesem Abend fühlte sie sich wieder wie 30. Eines steht für sie fest: "Zur nächsten Abschiedstournee gehe ich wieder."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer