Dionne Bromfield ist noch keine 16, und trotzdem beeindruckt die Londonerin mit einer reifen Stimme. Kein Wunder! Musikalische Mentorin war Patentante Amy Winehouse.

 Dionne Bromfield
In vier Monaten ist Schluss mit Schule: Dionne Bromfield weiß, was danach kommt: das Musikbusiness.

In vier Monaten ist Schluss mit Schule: Dionne Bromfield weiß, was danach kommt: das Musikbusiness.

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Universal, Bild 1 von 2

In vier Monaten ist Schluss mit Schule: Dionne Bromfield weiß, was danach kommt: das Musikbusiness.

Düsseldorf. „Noch viereinhalb Monate Schule – dann bin ich endlich fertig!“ Gut gelaunt, natürlich und offen erzählt Dionne Bromfield, die am 1. Februar 16 wird, von ihrer erst kurzen, wenn auch ereignisreichen Karriere als Sängerin und Songschreiberin.

Wie einst Emma Bunton von den Spice Girls, Mitglieder der britischen Band All Saints oder Patentante Amy Winehouse besucht Dionne die Londoner Sylvia Young Theatre School – eine Künstlerschule, die neben dem Standardlehrplan musische Begabungen von Kindern fördert.

„Mit zehn war mir klar, dass ich Musik machen will. Singen war für mich von klein auf so normal wie Sprechen.“
Dionne Bromfield

„Von montags bis mittwochs haben wir wissenschaftlichen Unterricht; donnerstags und freitags lernen wir Ballett, Singen oder Schauspielern.“ Dionne geht dort hin, seit sie weiß, was ihr Traum ist. „Mit zehn war mir klar, dass ich Musik machen will“, erinnert sie sich ein paar Jahre zurück. „Singen war für mich von klein auf so normal wie Sprechen. Ich dachte immer, jeder Mensch könnte es.“

Patentante Amy Winehouse und ihr musikalischer Einfluss auf Dionne

Dass es Unterschiede gibt, brachte ihr YouTube bei: Bei der Suche nach dem Begriff ‚Motown‘ stieß sie auf Größen wie Marvin Gaye und ihr unangefochtenes Idol Aretha Franklin. „Das hat mich absolut umgehauen!“, schwärmt sie. Diese Vorreiter der Black Music wurden neben Boyz II Men und Lauryn Hill, später Lady Gaga oder Beyoncé Knowles, ihre Helden.

Den Anstoß Musik zu betreiben, bekam Dionne Bromfield von ihrer Patentante Amy Winehouse. Die extravagante Sängerin war so was wie eine Schwester für sie. Sie brachte ihr das Gitarrenspiel bei, lehrte sie, mit ihrer Stimme umzugehen und gab ihr einen Plattenvertrag. Dionnes Debüt „Introducing Dionne Bromfield“, das ausschließlich aus Cover-Versionen besteht, war das erste Album auf Winehouses frisch gegründetem Plattenlabel Lioness Records und mit Platz 33 der britischen Charts ein Achtungserfolg.

Kurzkritik: „Mein Lieblingssong von „Good for the Soul“ ist „Foolin‘“, sagt Dionne Bromfield, nicht ohne Anflug von Stolz. Und stolz darf sie sein, denn das Ohrwurm-Duett mit US-Rapper Lil Twist hat die in London geborene Halbjamaikanerin selbst geschrieben – im Alter von 14 Jahren. Gemeinsam mit Produzent Paul O’Duffy, der bereits mit Amy Winehouse, Dusty Springfield, den Pretenders, Frankie Goes to Hollywood oder Lisa Stansfield im Studio war, hat Bromfield ein Soul-Album mit Pop-Appeal gefertigt. Die noch blutjunge Sängerin glänzt darauf mit einer charakteristischen, kraftvollen Stimme, deren nasaler Klang mit Winehouse verwandt zu sein scheint.

 

Highlight: Songs wie die erste Single-Auskopplung „Yeah Right“ lassen Bromfields Potenzial, das Erbe der Patentante weiterführen zu können, erahnen. Genug Zeit zur Reife bleibt ihr ja noch.

Wichtiger noch als die Verkaufszahlen war die daraus hervorgehende Inspiration: „Vorher hatte ich nie das Bedürfnis danach, eigene Songs zu schreiben. Das war plötzlich anders“, erzählt Dionne. Die Arbeit an „Introducing …“ hatte etwas in ihr verändert, mehr als nur die gewonnene Fähigkeit, Klassiker auf ihre Weise nachzusingen. Sie entdeckte die Seele des Soul für sich, fühlte die Emotionen ihrer Kollegen – Acts wie The Shirelles, The Cadillacs oder Stevie Wonder – aus der Vergangenheit zu sich sprechen.

Den Großteil der Texte auf „Good For The Soul“ hat sie selbst geschrieben

Diese Erfahrung trug sie wie von selbst eine Stufe höher im Lauf der Entwicklung. Der „Einleitung“ (deutsch für „Introducing“) ihrer Karriere folgt nun Dionne Bromfields eigentliches Debüt. Nicht nur, dass sie das Songwriting fast aller Stücke ihres seit Sommer vergangenen Jahres digital erhältlichen und nun erstmals auf CD erscheinenden Albums „Good For The Soul“ verantwortet; Dionne hat auch den Großteil der Texte geschrieben.

Bromfield bedient sich für ihre Texte gerne aus dem Leben anderer Leute

„Trotzdem, ob man’s glaubt oder nicht, handeln 90 Prozent der Lyrics nicht etwa von mir. Vielmehr versetze ich mich in die Haut anderer“, erklärt sie und konkretisiert: „Ich treffe mich beispielsweise mit einer Freundin, und wir diskutieren ein Thema. Anschließend nehme ich ihre Argumente und interpretiere sie um. Vielleicht klingt das gruselig“, sagt sie und lacht, „aber ich bediene mich praktisch bei den Problemen und Erlebnissen anderer Leute und stricke daraus meine Songs.“ Das Ergebnis sind 14 eigenständige Soul-Songs, die zeigen, wo Dionne hinwill.

Doch auch wenn eine Ähnlichkeit nicht zu überhören ist: Ersetzen will sie Winehouse nicht. Vielmehr war und bleibt die Patentante ihre große Mentorin. „Ohne Amy wäre ich nicht, wo ich bin“, schließt Dionne. „Alles, was sie mir beigebracht hat, und alles, was ich bisher kann, ist ein Lehrstück von ihr, das mich unentwegt formt.“

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