Am Freitag und Samstag erlebten gut 100.000 Fans das Finale der „Tour of the Universe“. Depeche Mode elektrisierten die Düsseldorfer Arena – zunächst mit Sound-Problemen.

Depeche Mode – hier ist Dave Gahan in Aktion – spielten vor 100.000 Fans in Düsseldorf.
Depeche Mode – hier ist Dave Gahan in Aktion – spielten vor 100.000 Fans in Düsseldorf.

Depeche Mode – hier ist Dave Gahan in Aktion – spielten vor 100.000 Fans in Düsseldorf.

Judith Michaelis

Depeche Mode – hier ist Dave Gahan in Aktion – spielten vor 100.000 Fans in Düsseldorf.

Düsseldorf. Deutlicher kann eine Liebeserklärung kaum ausfallen: Insgesamt 100.000 Tickets wurden im vergangenen Jahr in Windeseile für die beiden Depeche-Mode-Konzerte in der Esprit-Arena verkauft.

Dass die in Düsseldorf nachgeholten Termine letzten Endes auch noch zum Finale der "Sounds of the Universe"-Tour wurden, schraubte die Erwartungen am Freitag und Samstag entsprechend hoch. Die Band und ihre Fans gaben an beiden Abenden ihr Bestes, aber zunächst stellten sich Sound-Probleme zwischen sie.

Bei den Klassikern springt der Funke über

In der Arena gehen im Jubel der Massen erst einmal die Lichter aus: Mit den aktuellen Songs "In Chains", "Wrong" und "Hole to Feed" starten Dave Gahan, Martin Gore und Andrew Fletcher ihre Show - flankiert von Peter Gordeno am Keyboard, Christian Eigner am Schlagzeug und Videoprojektionen hoch über allen Köpfen.

Es dauert allerdings, bis die Arena am Freitagabend auf Betriebstemperatur kommt, denn zuweilen lässt der Sound des Universums im Stadionrund zu wünschen übrig: Mal sind die Sänger kaum zu verstehen, mal lässt sich Eigners Kraftakt am Schlagzeug nur erahnen - ein Problem, das man auch von anderen Konzerten dieses Kalibers in Arenen wie der in Gelsenkirchen kennt.

Mitreißend wird die Show postwendend, sobald der Sound stimmt, der Funke überspringt und Klassiker wie "Enjoy the Silence", "Behind the Wheel", "Question of Time" und "Stripped" das Publikum auf Zeitreise zurück in die Jugend schicken - bei "Never let me down again" auch diesmal in Wogen aus 100.000 Armen. Magie dieser Art schafft nur Depeche Mode.

Mit den "Sounds of the Universe" lieferten Depeche Mode im vergangenen Jahr ihr aktuelles Studioalbum ab - für viele Fans gehört es zu den besten Aufnahmen der vergangenen zehn Jahre.

Als bekannt wurde, dass Dave Gahan an Blasenkrebs erkrankt ist, mussten einige Konzerte der laufenden Tournee abgesagt oder verschoben werden - darunter auch die beiden in Düsseldorf. Danach wurde Gahan in New York operiert und setzte die Tour kurze Zeit später fort.

Vor dem Hotel Breidenbacher Hof in der Düsseldorfer Innenstadt herrschte zum Wochenende teilweise Belagerungszustand: Als bekannt wurde, dass die Band dort wohnt, versammelten sich etliche Fans, um einen Blick auf ihre Helden zu werfen. Zeitweise musste die Polizei das Gelände absperren.

Große Momente sind auch die wechselnden Songs, die Martin Gore nur in Begleitung von Peter Gordeno an beiden Abenden mit Gefühl, Herzblut und Gänsehaut zum Besten gibt: "Insight", "Dressed In Black", "One Caress", "Somebody" und "Home" geben der auf zwei Stunden angelegten, routinierten Setlist etwas Besonderes und vermitteln den Eindruck, dass man es hier nicht nur mit Musik, sondern auch mit einem Lebensgefühl zu tun hat.

Ein "Come Back" der Fans zum Abschied

Beim Abschied am Samstagabend stimmt dann auch der Sound, und die Band bedankt sich vor dem finalen "Personal Jesus" noch mit dem DM-Oldie "Photographic". Abschließend gibt es persönliche Worte ans "beste Publikum der Welt", das im Rahmen einer Fan-Aktion wiederum etliche Blätter mit dem Songtitel "Come Back" in die Luft hebt.

Und ganz gleich, wie es nach dieser Tournee - sie stand im Zeichen der Krebserkrankung von Dave Gahan - mit Depeche Mode auch weitergeht: Die Herren sind immer für eine Überraschung gut. Bei einem Benefizkonzert für die britische Kinderkrebshilfe in der Londoner Royal Albert Hall begrüßte Martin Gore vor kurzem Alan Wilder auf der Bühne, um in seiner Begleitung die Klavierballade "Somebody" zu singen.

Seitdem spekuliert die Fangemeinde weltweit darüber, ob der Soundtüftler, der die Band Mitte der 90er Jahre verlassen hat, bei Depeche Mode eines Tages doch wieder an den Studio-Reglern Platz nimmt.

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