New York (dpa) - Einer der bekanntesten Schlagzeuger der Jazzgeschichte ist tot. Joe Morello vom legendären Dave-Brubeck-Quartett starb nach Angaben des Senders NPR vom Sonntag am Tag zuvor in New Jersey bei New York. Er wurde 82 Jahre alt.

Morello ist einer der Musiker, auf den «Take Five» zurückgeht. Das aus einer Improvisation hervorgegangene Stück für Klavier, Saxophon, Bass und Schlagzeug ist eine der bekanntesten Jazzmelodien der Musikgeschichte und war der größte Erfolg des Quartetts.

Der stark sehbehinderte Morello aus Springfield in Massachusetts hatte Geige gelernt und galt als überaus talentiert. Schon als Kind trat er mit dem Boston Symphony Orchestra auf. Dennoch wechselte er als Teenager zum Schlagzeug - mit ähnlichem Talent. Obwohl er Angebote von mehreren Jazzgrößen hatte, wollte er mit Dave Brubeck auf eine zweimonatige Tour gehen. Daraus wurden 13 Jahre, und Morello wirkte an Dutzenden Platten des Quartetts mit. Auch beim legendären Konzert in der New Yorker Carnegie Hall 1963 war er dabei.

Angeblich hatten er und Saxophonist Paul Desmond 1959 in einer Pause nur ein bisschen improvisiert, als Brubeck auf eine Melodie im Fünf-Viertel-Takt aufmerksam wurde. Er beauftragte Desmond, daraus ein Stück zu formen - das Ergebnis war «Take Five» mit einem markanten Solo Morellos. Die Melodie wurde Dutzende Male gecovert und taucht immer wieder in Fernsehsendungen oder Filmen auf. Selbst Jazz-Verächter kennen das Stück.

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