Düsseldorf (dpa) - Die nächtliche Gesangseinlage der CDU mit dem Tote-Hosen-Hit «Tage wie diese» sorgt für Diskussionen. Die Düsseldorfer Band hatte sich zuvor gegen die Nutzung ihres Liedes durch Parteien im Wahlkampf verwahrt. Doch das hielt die siegestrunkenen Unionspolitiker nicht ab. Im Kurznachrichtendienst Twitter heißt es nun: «So wie die CDU gnadenlos die Musik der Toten Hosen missbraucht, missbraucht sie auch die Macht». Die Union könne sich doch nun ein eigenes Lied kaufen und müsse nicht mehr von den Hosen klauen, empört sich ein anderer Schreiber.

Auf der Facebook-Seite der Band wird eine Anhängerin besonders deutlich: «Ich könnte kotzen.» Dort hatten mehr als 54 000 Menschen die Distanzierung der Band unterstützt: Ihre Musik werde «klar missbraucht und von Leuten vereinnahmt, die uns in keiner Weise nahe stehen», hatten die Toten Hosen kritisiert, die politisch eher dem linken Spektrum zuzuordnen sind.

Unionsfraktionschef Volker Kauder gab am Morgen nach der Gesangseinlage die Verantwortung weiter: «Der Generalsekretär hat gesagt, dass Wahlsieger das Lied singen dürfen.» Will wohl sagen: Ein Missbrauch zu Wahlkampfzwecken scheidet schon deswegen aus, weil der Wahlkampf vorbei war, als das Lied erneut ertönte.

Die Toten Hosen schweigen zu der erneuten Gesangseinlage, sind allerdings in einem Studio und von der Außenwelt angeblich abgeschnitten: «Sie sind derzeit nicht zu erreichen. Wir haben dazu aber eigentlich schon alles gesagt», sagte Band-Manager Patrick Orth am Dienstag in Düsseldorf.

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