«Cats»
Die Katzen tanzen über die Bühne.

Die Katzen tanzen über die Bühne.

Eine fauchende Katze.

Lauter Katzen.

Nachts sind alle Katzen grau.

«Cats» kehrte umjubelt zurück.

Die Katzen miauen wieder.

dpa, Bild 1 von 6

Die Katzen tanzen über die Bühne.

Hamburg (dpa) - Die berühmtesten Katzen der Welt wissen einfach, wie's geht: Mit einem umjubelten Samtpfoten-Spektakel hat das Musical «Cats» in Hamburg seine Deutschlandtour gestartet.

30 Jahre alt wird der Klassiker zur Musik von Erfolgskomponist Andrew Lloyd Webber in diesem Jahr, mehr als 14 Jahre lang war er ein Dauerbrenner in der Hansestadt - und hat von seiner Faszination kein bisschen eingebüßt. Im Gegenteil: Die Hamburger scheinen ihre Miezekatzen vermisst zu haben. Immer wieder erntete die Show, die in Deutschland Mitte der 80er Jahre den Boom der kommerziellen Musicals eingeläutet hatte, am 6. Januar Szenenapplaus und Bravorufe. Mit ihrem minutenlangen Beifall zum Schluss hörten die längst stehenden Zuschauer erst auf, als wirklich kein Katzenohr mehr zu sehen war.

Dabei geht der Jellicle-Mond diesmal in einem eigenen Theaterzelt auf - nur einen Katzensprung von der einstigen «Cats»-Heimat, dem Operettenhaus, entfernt. Mit einer Höhe von 25 Metern und einem Durchmesser von 60 Metern bietet es etwa 1800 Gästen Platz. Lediglich wenn es auf der Bühne ganz leise wird und man im gut beheizten Zelt die Technik rauschen hört, wird einem das Chapiteau wieder bewusst.

Das Treiben der Jellicle-Katzen um Grizabella, Mungojerrie und Rumbleteazer profitiert sogar von der für die Show konstruierten Spielstätte, können sie sich doch nun auf einer 270-Grad-Rundbühne tummeln. Kein Gast soll mehr als 20 Meter vom Bühnengeschehen entfernt sein, betonen die Veranstalter. Oft sind die Zuschauer sogar noch näher dran, wenn die 30 Darsteller in ihren faszinierenden Kostümen durchs Publikum streifen.

Das Ensemble zeigt die Londoner Originalinszenierung, die im Mai 1981 Uraufführung hatte, in deutscher Sprache. Beim Entwurf der Kostüme hatten sich die Macher damals streng an die Beschreibungen der Katzen von T.S. Eliot gehalten, auf dessen Gedichtsammlung das Musical basiert. Und auch bei der Uraufführung in London tigerten die «Cats» über eine Rundbühne. Ort der Handlung: ein Schrottplatz. Der türmt sich mit Dosen, Rädern, Kanistern und einem alten Backofen im Maßstab 3:1 auf - aus der Katzenperspektive.

Dort treffen sich unterm silbrig glänzenden Vollmond die «Jellicle Cats» - eine verniedlichende Verschmelzung der Worte «the little cats» (die kleinen Katzen) - zur «Nacht der Nächte». Beim Jellicle- Ball will ihr Oberhaupt Alt Deuteronimus eine von ihnen für die Reise in den Katzenhimmel und damit für ein zweites Leben auswählen.

Im Laufe der Nacht stellen sich die unterschiedlichsten Katzen vor, darunter die elegante weiße Victoria, die frechen Zwillinge Mungojerrie und Rumbleteazer, Rock'n'Roll-Kater Rum Tum Tugger, die rundliche Hauskatze Gumbie. Nur die alternde Glamour-Katze Grizabella wird zunächst von allen gemieden - und liefert dann eine Gänsehaut- Darbietung des «Cats»-Hits «Erinnerung» (Memory).

Mit seinem Gesang und den rasanten Tanzeinlagen von klassischem Ballett (besonders umjubelt der magische Mr. Mistoffelees) bis zu Akrobatik begeisterte das Ensemble die Hamburger an dem dreistündigen Abend. Auch die Akustik der Show, bei der zehn Musiker spielen, litt nicht unter den Zeltbedingungen. Ob Hamburgs singende Nonnen im Operettenhaus nun eine Katzenallergie bekommen? In unmittelbarer Nachbarschaft zur alten «Cats»-Spielstätte, wo «Sister Act» seit Dezember läuft, miauen die «Cats» immerhin noch zwei Monate lang.

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