New York (dpa) - Er hat für die großen Stars getrommelt und komponiert: Der US-Schlagzeuger Ralph MacDonald starb am Sonntag im Alter von 67 Jahren in Stamford, Conneticut, an Lungenkrebs. Das wurde am Dienstag (Orstzeit) auf der Webseite des Musikers bekannt gegeben.

Der Grammy-Gewinner lieferte unter anderem den Beat zu Liedern wie Bette Midlers «Do You Want to Dance?» (1972), David Bowies «Young Americans» (1975) und Jimmy Buffetts «Margaritaville» (1977), oft an Conga Trommeln oder sogenannten Steel Drums. MacDonald blieb aber stehts im Hintergrund, was ihm den Spitznamen «The Ghost» («der Geist») einbrachte.

Die karibischen Klänge hatte MacDonald im Blut: Er wurde im New Yorker Stadtteil Harlem in eine musikalische Familie mit Wurzeln in Trinidad geboren. Sein Vater war der Calypso-Musiker Patrick MacDonald, der unter dem Namen «Macbeth The Great» auftrat. Fünf seiner Onkel spielten professionell in Calypso-Bands.

Als 17-Jähriger wurde MacDonald von Harry Belafonte für dessen Tour engagiert. Die beiden arbeiteten zehn Jahre zusammen, auch nachdem MacDonald den sogenannten «King of Calypso» kritisierte und erklärte, dieser habe von Calypso eigentlich keine Ahnung. Laut MacDonalds Webseite bat Belafonte ihn daraufhin, ein Lied für ihn zu schreiben. Es wurden mehrere, die meisten landeten auf Belafontes Album «Calypso Carnival» (1966).

Im Lauf seiner Karriere gründete MacDonald sein eigenes Label, Antisia Music, und arbeitete unter anderem mit Stevie Wonder, Aretha Franklin, Rod Stewart, Billy Joel, Roberta Flack, Luther Vandross und Amy Winehouse. Sein Trommelkönnen ist auf sechs Alben von Paul Simon zu hören.

Einer seiner größten Hits wurde 1980 «Just The Two Of Us» für Grover Washington Jr.s Album «Winelight». Für das von ihm komponierte Lied «Calypso Breakdown» des «Saturday Night Fever»-Soundtracks erhielt MacDonald 1978 zwei Grammys als Produzent und Performer.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer