Hamburg (dpa) - Mit einem ideenreichen Konzert des Ensemble Resonanz ist am Donnerstagabend, einen Tag nach der Eröffnungs-Gala im Großen Saal, auch der Kleine Saal der Elbphilharmonie eröffnet worden.

Bis zum letzten Augenblick hatte der japanische Akustiker Yasuhisa Toyota an der Klang-Optimierung des mit feingemasertem, resonanzstarkem Eichenholz rundum getäfelten, 550 Plätze fassenden Kammermusik-Saals gefeilt. Entstanden ist ein in klassischer Schuhkarton-Form gestalteter Raum, der wie geschaffen ist auch für neue, fantastische Klang-Welten und innovative Hör-Erfahrungen.

Das zeigte sich bei dem effektvoll spielenden Auftragswerk «Release» des österreichischen Avantgarde-Komponisten Georg Friedrich Haas. Wie Forschungsreisende bewegten sich die Musiker des Ensemble Resonanz bei der Uraufführung durch den Saal, von der hohen Techniker-Tribüne bis aufs Podium hinab.

Es war wie eine Expedition im neuen Luxus-Labor der Elbphilharmonie. Unter der Leitung des Dirigenten Emilio Pomàrico präsentierte das künftig im Kleinen Saal residierende Streicherkollektiv eindrucksvoll auch Werke der klassischen Moderne, so Bartoks «Musik für Saiteninstrumente und Schlagzeug», zusammen mit dem Schlagquartett Köln. Die französische Sopranistin Sandrine Piau sang Alban Bergs «Frühe Lieder» in der Streicherfassung.

Im Anschluss trat das NDR Elbphilharmonie Orchester zum zweiten Mal mit dem Festprogramm des Eröffnungskonzertes im Großen Konzertsaal auf. Bei seinem Parforceritt durch 400 Jahre Musikgeschichte demonstrierte das Orchester unter Leitung von Thomas Hengelbrock einmal mehr, zu welchen überwältigenden Klangerlebnissen man in der «Elphi» gelangen kann.

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