Madame de Pompadour starb vor 250 Jahren. Sie war die Geliebte von Ludwig XV.

Porträt
Diese Reproduktion zeigt Madame de Pompadour auf einem zeitgenössischen Stich. Die Darstellung hebt die Bildung der Mätresse hervor.

Diese Reproduktion zeigt Madame de Pompadour auf einem zeitgenössischen Stich. Die Darstellung hebt die Bildung der Mätresse hervor.

dpa

Diese Reproduktion zeigt Madame de Pompadour auf einem zeitgenössischen Stich. Die Darstellung hebt die Bildung der Mätresse hervor.

Paris. Madame de Pompadour hat König Ludwig XV. den Kopf verdreht, die Kunst gefördert, Schlösser erbauen lassen, Theater gespielt und viel Politik betrieben: Als eine der mächtigsten Mätressen des 18. Jahrhunderts hat die Bettgespielin des französischen Königs Geschichte geschrieben – Weltgeschichte, oder wie die Franzosen sagen, eine Histoire mit einem „großen H“. 250 Jahre nach ihrem Tod am 15. April 1764 in Versailles sind ihre Spuren noch sichtbar.

„Nach mir die Sintflut.“
Madame de Pompadours Reaktion auf die dramatischen Folgen des Siebenjährigen Krieges

Die Marquise de Pompadour lebte auf großem Fuß. Sie besaß zahlreiche Schlösser und Anwesen, darunter auch das Hôtel d’Evreux, den heutigen Élysée-Palast, und das Petit Trianon in Versailles. Sie ließ den Place Louis XV erbauen, den heutigen Place de la Concorde, und gründete die königliche Porzellan-Manufaktur in Sèvres, um dem Meißner-Porzellan Konkurrenz zu machen. Die berühmte Farbe Rosé Pompadour, die Rose Pompadour und die „Frisur à la Pompadour“ – über der Stirn hochgetürmte Haare – erinnern daran, dass sie die höfische Mode der Zeit prägte.

Madame de Pompadour kam aus bürgerlichen Verhältnissen

Ihre ständigen Bauvorhaben und ihre Leidenschaft für Kunst kosteten Frankreich Millionen. Doch fast noch kostspieliger kam das Land ihr politischer Einfluss. Nach ihrem Tod machte man sie für alle Fehlschläge des Siebenjährigen Kriegs (1756-1763) verantwortlich, der für Frankreich katastrophale Folgen hatte: Das Königreich Ludwigs XV. verlor den Großteil seiner Kolonien in Nordamerika. Und die durch den Krieg nicht mehr zu bewältigende Staatsverschuldung trug zur Französischen Revolution bei. „Nach mir die Sintflut“ soll die schöne Konkubine angesichts des Debakels nur gesagt haben.

Wer war diese schöne Bettgespielin, die mehr Macht hatte als je eine andere zuvor? In ihrem zum 250. Todestag erschienenen Buch „Madame de Pompadour und die Macht der Inszenierung“ versucht Andrea Weisbrod eine Antwort zu geben. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen außergewöhnliche Porträts der Mätresse, mit der die Pompadour ihr Image pflegte. Die Auftragsarbeiten erzählen die Geschichte einer sukzessiven Selbstinszenierung, mit denen die Marquise die hartnäckigen Angriffe am Hof abwehren wollte. Denn die Geliebte Ludwigs XV. kam aus bürgerlichen Verhältnissen.

Voltaire galt die Frau als Perfektion in Person

Sie wurde 1721 als Jeanne-Antoinette Poisson geboren und erwarb durch Heirat einen adligen Namen. Als sie etwa 24-jährig dem König den Kopf verdrehte, hieß sie Madame Le Normant d’Étiolles. Sie war die erste Bürgerliche, die der König zu seiner offiziellen Maitresse ernannte. Ein Skandal. Doch der französische Herrscher wagte noch mehr. Er machte seine Geliebte zur Marquise de Pompadour mit Landsitz und eigenem Wappen.

„Sie musste von Anfang an ihre Position verteidigen, zunächst weil sie als Bürgerliche an den Hof kam, später, um ihre Machtstellung hervorzuheben“, sagte die Autorin. So entstand drei Jahre nach ihrer Installierung am Hof eines ihrer ersten Porträts, das sie als elegante Erscheinung darstellt und als Freundin der Künste. Eine Anspielung auf ihre erstklassige Erziehung. Sie war belesen und intelligent. Für Voltaire war sie sogar die Perfektion in Person, wie Weisbrod schreibt.

Obwohl sie ab 1751 mit dem König nur noch Freundschaft verband, behielt sie ihre Stellung als offizielle Mätresse und Machtzentrum. Auch an den Höfen im Ausland hatte man schon lange wahrgenommen, wer die Fäden in Frankreich zog. „Die große Frage ist, auf welcher Seite die Lady steht. Das wird alles entscheiden“, zitiert Weisbrod in ihrem Buch den englischen Außenminister Newcastle.

Bis zu ihrem Tod hat sie über die Wahl von Ministern und Botschaftern mitentschieden und sogar über Krieg und Frieden. Die Marquise, die seit ihrer Kindheit an einem nicht auskurierten Keuchhusten litt, starb schließlich an einer Lungenentzündung. Bis zuletzt sei sie auf öffentliche Inszenierung bedacht gewesen, schreibt die Biografin.

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