James Rizzi 2008 in der Rheingoldhalle in Mainz. Foto: Fredrik von Erichsen
James Rizzi 2008 in der Rheingoldhalle in Mainz. Foto: Fredrik von Erichsen

James Rizzi 2008 in der Rheingoldhalle in Mainz. Foto: Fredrik von Erichsen

Der US-Künstler James Rizzi ist tot. Foto: Ingo Wagner

Der nach Vorlagen des New Yorker Künstlers James Rizzi entstandene Neubau am Rand der Braunschweiger Altstadt. Foto: Rainer Jensen

Nach Vorlagen von Von James Rizzi benmalte Boeing 757 der Fluggesellschaft Condor 1996 auf dem Frankfurter Flughafen. Foto: Fabian Matzerath

James Rizzi an seinem Arbeitstisch im Atelier in Manhattan, New York am 27.09.2010. Foto: Kira Melzer

James Rizzi am 20.05.2010 vor der «Rizzi-Lokomotive» am Hauptbahnhof in Hamburg. Foto: Fabian Bimmer

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James Rizzi 2008 in der Rheingoldhalle in Mainz. Foto: Fredrik von Erichsen

New York/Berlin (dpa) - Der New Yorker Pop-Art-Künstler James Rizzi ist tot - und vor allem deutsche Fans trauern. «Was für ein Verlust, welche Trauer», schrieb ein Ehepaar aus Duisburg in das Online-Kondolenzbuch für Rizzi.

Dagegen nahmen die Medien der USA kaum Notiz vom Tod des Amerikaners, der mit seinen bunten, kindlich-naiv wirkenden Bildern international berühmt geworden war. Keine der großen Zeitungen widmete Rizzi am Mittwoch eine Zeile, selbst die «New York Times» nicht. Das renommierte Blatt hatte 1996 zuletzt über den Pop-Art-Künstler berichtet.

Rizzi starb im Alter von 61 Jahren in der Nacht zum zweiten Weihnachtstag (26.12.) in seinem New Yorker Studio, teilte der deutsche Verlag Art 28 des Künstlers am Dienstagabend auf Rizzis Internetseite mit. Der Amerikaner gilt als Erfinder der modernen 3D-Grafik. «Ein liebenswürdiger und aufmerksamer Künstler, der immer Zeit für seine Fans hatte», schrieb ein deutscher Bewunderer im Online-Kondolenzbuch.

«Mit großer Bestürzung und Trauer haben wir den Tod James Rizzis bekanntzugeben. (...) Sein plötzlicher und unerwarteter Tod ist ein Schock für Hinterbliebene, Freunde und Sammler gleichermaßen», hieß es vom Verlag. Die genaue Todesursache war zunächst unbekannt, laut Mitteilung war Rizzi «friedlich eingeschlafen». Sein New Yorker Agent Henry Welt sprach von einer natürlichen Todesursache.

In Deutschland machte sich Rizzi einem größeren Publikum unter anderem mit seinen Briefmarken-Entwürfen für die Deutsche Post bekannt. «Mit James Rizzi verliert die Kunstwelt einen der letzten großen Pop-Art-Künstler», schrieb Rizzis Verleger Bernhard Feil in dem Online-Nachruf.

Der Künstler mit obligatorischem Hut, dicker Brille und bunten Turnschuhen wurde am 5. Oktober 1950 in Brooklyn geboren. Kein Untergrund war Rizzi zu abwegig, um mit seinen quietschbunten Motiven bemalt zu werden: Turnschuhe, Häuser, Autos oder selbst eine Boeing. Sein Markenzeichen war der «Rizzi-Bird».

Er studierte Kunst an der University of Florida. Schon in der Zeit beschäftigte er sich mit der Kombination von Malerei und Skulptur. Daraus entwickelte er schließlich seine bekannten 3D-Grafiken. Später kehrte Rizzi in seine Heimatstadt New York zurück, wo er bis zuletzt im Stadtteil Soho in einem Wohnstudio lebte, das er auch als Atelier nutzte.

Der Big Apple war auch Dreh- und Angelpunkt seiner Kunst: Seine Arbeiten spiegelten stets das dichte, eng besiedelte Manhattan wider. Etwa in «New York City is a great place to be but best of all is the people you see» (New York ist ein toller Platz zum Leben, aber am besten sind die Leute, die man sieht).

Seine Laufbahn begann mit der Dekoration einer 50 Meter langen Mauer in New York, die aber zehn Jahre später abgerissen wurde. Das japanische Fernsehen stellte Rizzi 1987 in einem Film vor, 1993 wurde der US-Künstler auch einem größeren Publikum in Deutschland bekannt. Er durfte den Mantel entwerfen, mit dem Henry Maske in den Boxring stieg.

1996 wurde Rizzi zum Künstler der Olympischen Spiele in Atlanta ernannt, 1999 bemalte er drei «New Beetles» für Volkswagen, 2001 ein Bürohaus in Braunschweig, 2002 einen Teddybär für Steiff. Die größte Ausstellung seines Werks, eine Retrospektive im Jahr 2008 in der Rheingoldhalle in Mainz, wurde von 50 000 Bewunderern seiner Kunst besucht.

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