Alles so schön bunt hier. Foto: Randy Dodson/Fine Arts Museums of San Franciso
Alles so schön bunt hier. Foto: Randy Dodson/Fine Arts Museums of San Franciso

Alles so schön bunt hier. Foto: Randy Dodson/Fine Arts Museums of San Franciso

Symbole und Buttons der Hippie-Bewegung: «Keep The Faith, Baby!» oder «Make Love, Not War». Foto: Barbara Munker

Imaginäre Straßenschilder mit den Aufschriften «Free Love» und «Marriage Equality» vor dem de Young Museum in San Francisco. Foto: Barbara Munker

Alles möglich: Der Kreativität in der Mode waren keine Grenzen gesetzt. Foto: Randy Dodson/Fine Arts Museums of San Franciso

Die Button-Kultur der Hippies erlebte später ausgerechnet bei den Punks eine Renaissance. Foto: Barbara Munker

Eine ganz eigene Ästhetik: Poster aus der Hippie-Zeit. Foto: Barbara Munker

Es wurde gestrickt, gehäkelt und gebatikt. Foto: Barbara Munker

dpa, Bild 1 von 7

Alles so schön bunt hier. Foto: Randy Dodson/Fine Arts Museums of San Franciso

San Francisco (dpa) - Schon der Eingang des de Young Museums ist ungewöhnlich blumig-bunt. «Flower Power», «Make Love, Not War», «Peace» steht auf riesigen runden Folien, die wie Ansteck-Buttons an der eleganten Fassade des Kunstmuseums in San Francisco kleben.

Auch der Gehweg ist mit farbigen Plaketten gepflastert. Der rosarote geschwungene Schriftzug «The Summer of Love Experience» verrät es von Weitem: Es geht um den «Sommer der Liebe» von 1967.

Es ist der perfekte Ort für eine Hommage an die Hippie-Kunst, mit bunten Postern, Fotos, Mode und psychedelischer Lichtkunst. Das Fine-Arts-Museum im Golden Gate Park ist nur einen Katzensprung von dem legendären Wiesenstück Hippie Hill am Rand des Haight-Ashbury-Viertels entfernt. Hier pilgerten vor 50 Jahren Zehntausende Blumenkinder hin, zu den Klängen von Scott McKenzies Hippie-Hymne «San Francisco (Be Sure To Wear Flowers In Your Hair)».

Das war ein «prägender» Moment in der Geschichte der Westküstenmetropole, sagt Museumsdirektor Max Hollein. Die Kunst dieser Zeit habe heute noch eine wichtige Bedeutung. Im vorigen Sommer wechselte der gebürtige Österreicher vom Frankfurter Städel Museum nach Kalifornien. Schon als Leiter der Schirn-Kunsthalle hatte Hollein 2005 dort psychedelische Kunst der 60er Jahre ausgestellt.

Das «High»-Gefühl und die Aufbruchstimmung von 1967 ist in den Ausstellungsräumen sofort spürbar. Mit riesigen Fotowänden, bunten Postern, Batikmode und Lichtshows führt die bis Mitte August laufende Schau die psychedelische Pop- und Subkultur schillernd vor Augen.

Aus einem Lautsprecher dröhnt die Stimme von Timothy Leary, dem Guru der Hippie-Bewegung, der Zugang zu bewusstseinsverändernden Drogen wie LSD und Mescalin forderte. Besucher hören Learys berühmten Slogan «Turn on, Tune in, Drop out», mit dem er im Januar 1967 beim «Human Be-In» im Golden Gate Park Tausende Hippies anfeuerte.

Ein Feuerwerk von Farben sind die mehr als 130 Plakate und Flugblätter von Posterkünstlern wie Stanley Mouse und Wes Wilson, für Gruppen wie Santana, Grateful Dead und Jefferson Airplane entworfen. «Das war eine völlig neue Kunstform, quasi als Werbung für Konzerte gedacht, aber mit raffinierter Ästhetik und verschlungenen Schriftzügen kunstvoll umgesetzt», erklärt Colleen Terry, eine der beiden Kuratorinnen der Ausstellung.

Schon in den frühen 1970er Jahren legte das Fine-Arts-Museum die Poster-Sammlung an, inzwischen gehören mehr als 600 Plakate zum Bestand.