Interview: Olivier Widmaier Picasso ist der Enkel des Jahrhundertkünstlers. Er verwaltet den Nachlass seines Großvaters.

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Olivier Widmaier Picasso arbeitet in Paris als Medienberater.

Olivier Widmaier Picasso arbeitet in Paris als Medienberater.

dpa

Olivier Widmaier Picasso arbeitet in Paris als Medienberater.

Münster. Er ist der Enkel des Jahrhundertkünstlers Pablo Picasso. Doch Olivier Widmaier Picasso (48) durfte den berühmten Großvater nie persönlich kennenlernen. Anlässlich eines Deutschland-Besuches sprach er über sein Leben im Schatten des Genies.

Herr Widmaier Picasso, wie fühlt es sich an, der Enkel von Pablo Picasso zu sein?

Widmaier Picasso: Mein ganzes Leben ist von meinem Großvater geprägt. Ich bin nicht einfach Olivier, sondern der Enkel von Picasso. Als ich ein kleiner Junge war, stand alles über meine Familie in der Zeitung. Es war bizarr, von Fremden Geschichten über Familienangelegenheiten zu hören. Aber mein berühmter Großvater ist kein Fluch, sondern ein Segen. Ich würde mit niemandem tauschen wollen.

Haben Sie das Talent Ihres Großvaters geerbt?

Widmaier Picasso: Ich habe zwar seine Nase geerbt, nicht aber die Hände. Im Kunstunterricht habe ich offensichtlich gute Noten bekommen, weil ich Picasso heiße. Im Abitur mussten wir unsere Arbeiten dann ohne Namen abgeben, und plötzlich war meine Note sehr schlecht. Da ist mir klar geworden, dass ich kein guter Künstler bin. Ich bin aber auf meine Art kreativ. Ich war schon immer fasziniert vom Fernsehen und arbeite als Berater für audiovisuelle Medien in Paris. Für mich war es wichtig, etwas zu tun, das ich liebe.

Die Jubiläumsschau im Picasso-Museum Münster gewährt bis zum 21. November Einblicke in das Atelier von Pablo Picasso. Sie vereint über 160 Werke von Picasso.

Sie verwalten den Nachlass Ihres Großvaters. Sind die Wände in Ihrem Haus kahl, wenn wieder eine große Picasso-Ausstellung läuft?

Widmaier Picasso: Sagen wir mal so: Ich habe das Glück, die Bilder ständig wechseln zu können, wenn ich möchte. Es gibt einfach so viele. Mein größtes Problem ist es, ein Gemälde in den Farben des Sofas zu finden. Es gibt an seinen Werken immer etwas Neues zu entdecken. Deswegen stelle ich sie auch gerne für Ausstellungen zur Verfügung. Je mehr man davon sieht, desto mehr erfährt man über Picasso.

Als Pablo Picasso starb, waren Sie kaum zehn Jahre alt. Warum haben Sie ihn nie persönlich kennengelernt?

Widmaier Picasso: Ich war noch sehr jung und meine Mutter hatte wohl Angst, dass ich dann Menschen treffen würde, denen es nur um das Geld meines Großvaters geht. Ich sollte nicht Zeuge von unschönen Szenen werden. Mein Großvater war dabei nicht das Problem, sondern die Menschen um ihn herum. Wahrscheinlich wollte sie mich beschützen. Durch seine Werke habe ich aber immer eine Verbindung zu ihm.

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