Rosemarie Trockel erhält die mit 55 000 Euro dotierte Auszeichnung.

Rosemarie Trockel lässt sich nichts sagen.
Rosemarie Trockel lässt sich nichts sagen.

Rosemarie Trockel lässt sich nichts sagen.

Stefan Arend

Rosemarie Trockel lässt sich nichts sagen.

Düsseldorf. Rosemarie Trockel erhielt am Freitag den mit 55 000 Euro dotierten Düsseldorfer Kunstpreis. Die Nummer 5 im Ranking des Kunstmarkts, Professorin in Düsseldorf und leidenschaftliche Kölnerin, gab sich wie stets wenig gefügig und ließ die Presse fast eine Stunde lang warten. Dennoch verließ sie fast gerührt den Plenarsaal, wurden ihr doch zwei wunderschöne Reden geschenkt.

Der Auftakt war komisch. An einer Projektionswand hing ein heraldischer Rodin-Verschnitt, eine Skizze der Trockel mit dem doppeldeutigen Titel "Ich bin der Mann meiner Frau". Oberbürgermeister Dirk Elbers versuchte, den Zuhörern erklärend zum Bild den domestizierten Mann nahe zu bringen. Ein Beweis ihrer subversiven Kunst.

Dann hatte Brigitte Oetker das Wort, Freundin der Künstlerin und Schwester des Düsseldorfer Bürgermeisters Friedrich Conzen. Die Professorin aus Hamburg benutzte den Vornamen der Trockel für ein Wortspiel mit der Rose und dem Eros, kam von den stacheligen Dornen zu den Hagebutten als Juckpulver, erwähnte die antiken Fresken, das Märchen vom Dornröschen und die Gottesmutter, die als schönste Rose unter den Frauen gilt.

Rosemarie Trockel ist glücklicherweise nicht im Himmel und nicht heilig, sondern ganz irdisch. Der Kunstkompass, der sie stets bestens platziert, sei ihr "wurscht", die Auswahl sei fragwürdig und undifferenziert.

Zu Querelen an der Düsseldorfer Kunstakademie, an der sie lehrt, äußerte sie sich nicht. Im Gegenteil, sie lobte das Klima unter den Kollegen und ihren "Freund", Rektor Markus Lüpertz. Energisch wehrte sie jedoch den Gedanken ab, seine Nachfolge anzutreten. "Ich bin in der Öffentlichkeit die falsche Frau."

Sie gilt als unangepasst, pfeift auf Hierarchien und lädt ihre Studenten zu eigenen Ausstellungen ein. In diesem Jahr gönnt sie sich eine Pause vom Ausstellungs-Rummel, der 2010 umso heftiger sein wird. Dann stellt sie in Basel und Zürich, Princeton und Madrid sowie in Bonn aus. "Ich arbeite sehr intuitiv. Ich stehe in der Werkstatt und weiß manchmal nicht, was ich mache. Dann aber gibt es auch Projekte, für die ich recherchieren muss."

Die Vorkämpferin für die Emanzipation ("Eine Frau wird immer schlechter bezahlt als ein Mann") nennt als ihr Vorbild Andy Warhol ("Er war populär, aber er war auch ganz schüchtern"). Sie liebt ihren Lebensgefährten Curtis Anderson und pflegt mit ihm durch die amerikanischen Wälder zu wandern.

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