Das reiche Emirat kooperiert mit dem Louvre und mit dem Guggenheim Museum.

Frank Gehry baut in Abu Dhabi ein Museum der Moderne.
Frank Gehry baut in Abu Dhabi ein Museum der Moderne.

Frank Gehry baut in Abu Dhabi ein Museum der Moderne.

dpa

Frank Gehry baut in Abu Dhabi ein Museum der Moderne.

Paris. Der größte Ölproduzent der Vereinigten Arabischen Emirate glaubt fest an sein Potenzial, bald schon eine neue Kunstwelthauptstadt zu werden - trotz weltweiter Wirtschaftskrise. Deshalb wagt Abu Dhabi mit seiner Kunstmesse einen Neustart. Als Abu Dhabi Art und nicht mehr als Artparis-Abu Dhabi wird sie am Donnerstag ihre Türen öffnen.

Die im Jahr 2007 als Tochtermesse der Pariser Artparis gegründete Messe wird selbstständig und löst sich vom Mutterschiff. "Artparis-Abu Dhabi war in mehrerer Hinsicht erfolgreich, sie hat internationale Galerien und Sammler angezogen. Sie bildete die Grundlage für die Abu Dhabi Art", erklären die Veranstalter. 50 Galerien aus Europa, Amerika, Asien und dem Nahen Osten nehmen teil.

Debatten zum Sammeln und über moderne Museen

Ab jetzt wird die Kunstmesse auf eigenen Füßen stehen und von der Kulturbehörde (Adach) und der staatlichen Tourismusentwicklungsgesellschaft in Abu Dhabi organisiert und gestaltet. Das neue Konzept pocht auf Unabhängigkeit, Vielfalt und Qualität und schließt Design, Ausstellungen, zahlreiche Ateliers und Debatten über moderne Museen oder das Sammeln von Kunst ein. Partner werden der Louvre und das Guggenheim-Museum und am Veranstaltungsort, dem Mega-Hotel "Emirates Palace", mit Ausstellungen vertreten sein.

"Abu Dhabi hat das Potenzial, ein sehr wichtiger Markt zu werden. Man darf viel erwarten", betonte Patrice Trigano von der gleichnamigen Pariser Galerie. Er ist seit der ersten Messe dabei und von der Entwicklung beeindruckt. Was derzeit in Abu Dhabi passiere, erinnere ihn an das, was vor Jahrhunderten mit Venedig oder Sankt Petersburg passiert sei. Mit der Messe in Abu Dhabi war er immer zufrieden: "Ich habe gleich zu Beginn einen Picasso und Matisse an die königliche Familie verkaufen können."

Die Pariser Galerien stellten bisher das Gros unter den Teilnehmern aus Europa. So auch diesmal. Die meisten der neun Galerien waren bereits in den vergangenen beiden Jahren dabei. "Der Markt in Abu Dhabi ist vielversprechend. Mit dem Louvre und dem Guggenheim zieht er Institutionen und Sammler gleichermaßen an", meinte der Pariser Kunsthändler Enrico Navarra.

Ziel ist es, auf dem internationalen Markt globaler Händler zu sein

Das größte und erdölreichste Emirat will zu einem Global Player auf dem internationalen Kunstmarkt werden. Ein Ziel, das offenbar nicht unrealistisch ist. Bereits Alexis Hubshmann, Gründer und Geschäftsführer der Kunstmesse Scope, die 2002 als erste Satellitenmesse zur Art Basel Miami Beach auftrat, glaubt an die Emirate, vorzugsweise an Abu Dhabi. Das bauwütige Dubai sei zu stark von der Bau- und Tourismusbranche abhängig.

Abu Dhabi macht Dubai, das ebenfalls vor drei Jahren erstmals mit einer Kunstmesse aufwartete, ernsthafte Konkurrenz. "In Abu Dhabi spürt man ein wirkliches Interesse dahinter. Das ist mehr als einfach nur Mit-dabei-sein", sagte der Pariser Galerist Trigano.

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