Schloss Moyland präsentiert eine Gesamtschau und eine magische blaue Sonne.

„Um Mitternacht die Sonne schauen“: Die Düsseldorfer Fotokünstlerin Katharina Sieverding vor dem Hauptwerk der Ausstellung in Schloss Moyland.
„Um Mitternacht die Sonne schauen“: Die Düsseldorfer Fotokünstlerin Katharina Sieverding vor dem Hauptwerk der Ausstellung in Schloss Moyland.

„Um Mitternacht die Sonne schauen“: Die Düsseldorfer Fotokünstlerin Katharina Sieverding vor dem Hauptwerk der Ausstellung in Schloss Moyland.

dpa

„Um Mitternacht die Sonne schauen“: Die Düsseldorfer Fotokünstlerin Katharina Sieverding vor dem Hauptwerk der Ausstellung in Schloss Moyland.

Bedburg-Hau. Man mag den Blick gar nicht mehr von ihr lösen: Die blaue Sonne prangt an der Stirnwand der Mittelhalle. Sie strahlt schwerelos, sie scheint zu leben, pulsiert, verändert sich stetig.

Die Düsseldorfer Fotokünstlerin Katharina Sieverding hat von 2010 bis Mai 2013 jeden Tag hochauflösende Bilder der Nasa heruntergeladen – sie wurden zu ihrer Freude mit Blaufilter angeboten – und diese rund 100 000 Satellitendaten zu einem hypnotisierenden Film von 134 Minuten zusammengeschnitten.

Der Stern hat Sieverding ihr Leben lang interessiert

„Um Mitternacht die Sonne schauen“ nennt sie das Hauptwerk der Schau im niederrheinischen Schloss Moyland. Ein Titel, den viele ihrer früheren Arbeiten tragen, denn den Stern begleitet sie „mit lebenslangem Interesse“. Sie verbindet mit dem Titel den Gedanken, dass man nachts durch unseren Planeten hindurchschauen müsste, um sie zu sehen – und dabei nicht umhin kann zu bemerken, wie der Mensch die Erde drangsaliert und zerstört.

Katharina Sieverding, 1944 in Prag geboren, lebt seit 1964 in Düsseldorf, war Schülerin von Josef Beuys („Das Label begleitet einen wahrscheinlich über den Tod hinaus“) und lehrte 15 Jahre lang in Berlin.

In der von ihr als Gesamtinstallation konzipierten Moyland-Schau „Weltlinie 1968 – 2013“ präsentiert sie eine Retrospektive und neue Arbeiten in eindrucksvoller künstlerischer Frische und politischer Aktualität. Sie hat rund 800 ihrer Negative digitalisiert und lässt sie nun von vier Projektoren an die Wände der Mittelhalle werfen: „Man muss die Werke nicht physisch präsentieren.“

Sieverding hat auch „Erinnerungskisten“ geöffnet. Sie zeigt neben einer Serie von „Spiegel“-Covern der Jahre 1977 – 82 zu Viererpacks kombinierte Porträts, schwarz-weiß von Titelbildern übernommen. So entsteht etwa zwischen Konrad Adenauer, Rudi Dutschke, Lyndon B. Johnson und Josef Beuys eine sehr eigene, zeitgeschichtliche Dynamik.

Die Ausstellung „Die Sonne um Mitternacht schauen“ läuft von diesem Sonntag bis zum 24. November auf Schloss Moland, Am Schloss 4, Bedburg-Hau. Eintritt: sieben Euro, ermäßigt drei Euro. Zur Ausstellung hat Katharina Sieverding einen Katalog mit Schwerpunkt auf den Sonnenbildern gestaltet, 304 S., 38 Euro im Museumsshop.

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer