Der Direktor der Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg, Michael Freitag, geht neue Wege. Foto: Lyonel-Feininger-Galerie
Der Direktor der Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg, Michael Freitag, geht neue Wege. Foto: Lyonel-Feininger-Galerie

Der Direktor der Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg, Michael Freitag, geht neue Wege. Foto: Lyonel-Feininger-Galerie

dpa

Der Direktor der Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg, Michael Freitag, geht neue Wege. Foto: Lyonel-Feininger-Galerie

Quedlinburg (dpa) - Die Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg will auf ihrem Weg zu einem Museum für grafische Künste das Werk ihres Namensgebers stärker mit Fragen der Gegenwart verbinden.

«Wir haben ein Jahr teils gravierender Umstellungen hinter uns», sagte der seit 1. Januar 2014 amtierende Direktor Michael Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Man habe Neues gewagt - und gewonnen. Knapp 14 000 Menschen, und damit so viele wie in den Vorjahren, seien zu den Ausstellungen und Veranstaltungen des Museums im Harz gekommen.

«Man weiß nie, wie reagiert wird, wenn man neue Wege einschlägt», sagte Freitag. «Inzwischen wird der Umbruch akzeptiert. Jetzt weiß ich, dass ich weitermachen kann.» Freitag hatte nach seinem Amtsantritt angekündigt, eine eigene Sammlung aufbauen und die Galerie auf mehrere Standbeine stellen zu wollen. Ein Blick in die Ausstellungskalender des vergangenen und des kommenden Jahres zeige deutlich: Das renommierte Haus im Harz wolle lebendiger sein.

«Wir haben 2014 mit der Ausstellung «WOLS. Das große Mysterium» etwa 3500 Besucher angelockt», sagte Freitag. Die Schau in Kooperation mit dem Museum Wiesbaden galt dem Maler und Grafiker Alfred Wolfgang Otto Schulze (1913-1951), kurz WOLS.

Ein anderes Wagnis sei die erste Fotoausstellung seit Bestehen der Galerie gewesen. «Die Schau war ein Durchbruch», meinte Freitag. Die Retrospektive «Noch ein Leben» mit Fotografien des 1960 in Leipzig geborenen Ludwig Rauch habe rund 7800 Besucher gezählt. «Die Bilder haben dem Haus ein ganz neues Publikum beschert und das Medium Fotografie, das für Feininger und zwei seiner Söhne sehr bedeutend war, ins aktuelle Ausstellungsprogramm integriert», sagte Freitag.

Deshalb werde es auch in diesem Jahr eine Fotoausstellung geben. Im Herbst stellt die Galerie Werke von Maria Sewcz aus, die sich der Fotografie und der Multimediakunst verschrieben hat. Die Schau «Der Mensch ist ein Geheimnis» mit Arbeiten der Grafik-Klasse von Thomas Rug der Kunsthochschule Burg Giebichenstein setze erstmals einen Akzent für jüngste Kunst. Sie ist bis 22. Februar zu sehen. Freitag: «Ich will auch Experimente und offene Formen.»

Erster Höhepunkt des Jahres sei vom 13. März an bis Juni die Ausstellung «Stone Talking. Der Stein spricht». «Das sind etwa hundert Werke internationaler Künstler der «Edition Copenhagen»», erläuterte der Direktor. Es werde bunt, frisch und mehrsprachig zugehen. «Dabei sind 20 Künstler aus aller Welt, sogar aus Australien.»

Im Sommer gebe es dann wieder viel Feininger, versprach Freitag. Eine Präsentation widme sich der «Karikatur» und setze Feiningers Werke in den Kontext zu denen seiner Zeitgenossen. Konkret gehe es unter dem Titel «Das Narrenrad» um Feiningers Leidenschaft für das Radfahren und um die gleichnamige Publikation, in der frühe Werke Feiningers erschienen seien.

Die Galerie in der Unesco-Welterbestadt Quedlinburg ist nach dem deutsch-amerikanischen Maler und Grafiker Lyonel Feininger (1871-1956) benannt. Sie wurde 1986 eröffnet und 2006 der Stiftung Moritzburg in Halle zugeordnet. Seit Januar 2014 gehört sie zur Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt.

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