Eske Nannen feiert ihren 70. Geburtstag. Foto: Peter Steffen
Eske Nannen feiert ihren 70. Geburtstag. Foto: Peter Steffen

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dpa

Eske Nannen feiert ihren 70. Geburtstag. Foto: Peter Steffen

Emden (dpa) - Eske Nannen kommt nicht zur Ruhe. Die umtriebige Chefin der Emder Kunsthalle hat erst vor kurzem ein großes Jubiläumsprogramm gestemmt. Gut 1300 Freunde des Hauses kamen zur 25-Jahr-Feier in die ostfriesische Stadt an der Emsmündung.

Viele Lobesreden waren am 8. Oktober zu hören über die Entwicklung der Kunsthalle. In einem Vierteljahrhundert hat sie sich zu einer modernen und auch international beachteten Attraktion entwickelt.

Inzwischen ist Eske Nannen, die am 4. Januar 70 Jahre alt wird, wieder mit voller Kraft bei ihrer Hauptbeschäftigung: Spenden sammeln für die Kunsthalle, die aus einem kleinen Projekt zu einem Lebenswerk geworden ist.

«Menschen bereichern mein Leben», sagt die hochgewachsene Ostfriesin mit Blick auf die zahllosen Kontakte, die sie unablässig von ihrem großen Schreibtisch aus und auf vielen Reisen knüpft. «Ich wollte die Welt kennenlernen, fremden Menschen begegnen und zur See fahren.» Die Tochter eines Fassfabrikanten arbeitete als gelernte Industriekauffrau auch schon mal als Zahlmeisterin auf einem Universitätsschiff.

1990 wird sie die dritte Ehefrau von Henri Nannen (1913-1996). Der ehemalige Chef der Illustrierten «Stern» hatte 1986 mit seinem Vermögen den Grundstock für das «Museum für die Kunst der Klassischen Moderne» gelegt. Ursprünglich wünschte sich der leidenschaftliche Kunstsammler nur «ein Haus für meine Bilder» in seiner Heimatstadt Emden. Mit den Planungen wurden der «Meister des Wortes» (Eske über Henri Nannen) und die «Meisterin der Zahlen» ein ideales Team.

Mit dem Tod von Henri Nannen 1996 trat die Witwe nach Ansicht vieler Kenner nicht bloß sein Erbe an. Die gebürtige Emderin baute es zeitgemäß aus und setzte neue Glanzlichter. Die Ausstellungsfläche wuchs von anfangs 650 auf jetzt 1700 Quadratmeter.

Nach dem Jubiläumsjahr 2011 empfindet Nannen vor allem Dankbarkeit. Mit ihrem «Betteln für die Kunst» hat die Geschäftsführerin der Nannen-Stiftung bisher mehr als 20 Millionen Euro gesammelt, um unter anderem den Ausbau sowie die Betriebskosten zu finanzieren. Vom Bund, dem Land Niedersachsen und der Stadt Emden kommen ordentlich Zuschüsse. Aber zurücklehnen will sich Eske Nannen deshalb noch nicht.

«Ein paar Jahre möchte ich noch so weitermachen», sagt Nannen auf die Frage nach der Zukunft. 2013 will sie ein weiteres Jubiläum feiern. Dann wird ihr Herzensprojekt 30 Jahre alt: Die der Kunsthalle angeschlossene Malschule hat mehr als 25 000 Kindern geholfen, sich mit Kreativität und Fantasie auszudrücken.

«Kulturelle Bildung ist wichtig, aber wir wollen in den Kindern nicht nur Besucher von morgen sehen», sagt sie. «Kinder, die früh mit Kunst in Berührung kommen, gehen gestärkt durchs Leben.»

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