Jo Jastram
Der Bildhauer Jo Jastram ist tot.

Der Bildhauer Jo Jastram ist tot.

dpa

Der Bildhauer Jo Jastram ist tot.

Kneese (dpa) - Er war ein gefragter Bildhauer, mit seinen Werken zum Thema Wasser hat Jo Jastram vor allem in ostdeutschen Städten viele Spuren hinterlassen. Am 7. Januar ist Jastram im Alter von 82 Jahren im Krankenhaus in Ribnitz-Damgarten (Mecklenburg-Vorpommern) gestorben.

Das sagte eine Sprecherin der Familie am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Nach Angaben der Familie kam sein Tod unerwartet. Er hinterlässt seine Ehefrau, die Grafikerin Inge Jastram, und vier Kinder aus zwei Ehen.

Joachim «Jo» Jastram wurde 1928 in Rostock geboren und blieb seiner Heimat treu. Nach einer Ausbildung zum Brunnenbauer wurde er Holzbildhauer, studierte im thüringischen Empfertshausen und später Bildhauerei in Dresden und Berlin. Der Brunnenbau beschäftigte ihn aber sein ganzes Leben lang, das Thema Wasser ist zentral in seinem Werk, das unter anderem von Altbundeskanzler Gerhard Schröder geschätzt wurde.

Nach seinem Studium war Jastram zunächst in Rostock tätig. Seit 1973 lebte und arbeitete er in seinem Atelier- und Wohnort Kneese in Nordvorpommern. «Ich habe in und mit der DDR gelebt», ist der am häufigsten zitierte Satz des Bildhauers. Er sah sich als politisch denkenden Menschen, der sich von der SED nie habe vereinnahmen lassen. «Mir war die künstlerische Aussage immer wichtiger als die politische», erklärte er in einem Interview zu seinem 80. Geburtstag.

Auch wenn seine Werke in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen waren, die meisten Spuren im öffentlichen Raum hat er im Nordosten Deutschlands hinterlassen. Als bekanntestes seiner Werke gilt der «Brunnen der Lebensfreude» am Universitätsplatz in Rostock. Es war eine Gemeinschaftsarbeit mit Reinhard Dietrich und ist noch immer ein markanter Treffpunkt für Einheimische und Touristen auf Rostocks Flanier- und Einkaufsmeile.

Bekannt sind auch der «Fischerbrunnen» in Greifswald sowie die «Afrikanische Reise» im Rostocker Stadthafen, die er selbst als «eine meiner wichtigsten Arbeiten» bezeichnete. 21 Jahre lang arbeitete Jastram an der Figurengruppe - dabei verarbeitete der Künstler Eindrücke, die er beim Bau eines Karl-Marx-Denkmals in Äthiopien Anfang der 1980er Jahre und bei späteren Afrika-Reisen sammelte. In Waren an der Müritz schuf Jastram in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Kranich-Skulpturen für ein neues Wohngebiet einer Wohnungsgenossenschaft.

Eine seiner letzten Ausstellungen endete Ende 2010 im Ostseebad Kühlungsborn. «Die Schau war sehr gut besucht, wir hatten in wenigen Wochen rund 2000 Gäste», sagte eine Sprecherin des Kunstvereins.

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