Köln (dpa) - Knapp drei Jahre nach dem katastrophalen Einsturz des Kölner Stadtarchivs sind der Öffentlichkeit erstmals wieder Originaldokumente zugänglich.

Das Archiv öffnet vom 3. Januar an den Lesesaal des Restaurierungs- und Digitalisierungszentrums dafür. Von ursprünglich einmal 65 000 mittelalterlichen Urkunden sind dann 600 Stück einsehbar. Von 2000 Handschriften sind aktuell rund 50 bis 60 zu nutzen. 10 Meter Akten stehen bereit, von einstmals 20 Kilometern.

Jede Woche sollen es mehr Dokumente werden. «Es ist ein kleiner, bescheidener Anfang», sagte der stellvertretende Archivleiter Max Plassmann am Mittwoch der dpa. «Aber wir wollen nicht 30 Jahre lang warten.» Denn das Restaurieren der beim Einsturz beschädigten Dokumente wird mindestens drei Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Die Kosten dafür werden auf 350 bis 400 Millionen Euro geschätzt. Bei dem Unglück am 3. März 2009 waren zwei Anwohner ums Leben gekommen. 95 Prozent der rund 30 Regalkilometer Archivgut konnten geborgen werden.

Zu den bekannteren Dokumenten, die Fachwelt und geschichtsinteressierte Menschen von der kommenden Woche an einsehen können, gehört der «Kölner Verbundbrief» von 1396. Als Beispiel einer spätmittelalterlichen Stadtverfassung sei diese Archivale ein «europäisches Kulturgut», sagte Plassmann. Schon seit Juli 2009 hatten Nutzer im Stadtarchiv Mikrofilme von Archivalien betrachten können, jetzt werden sie erstmals Originale zur Verfügung haben. Für den Besuch ist eine Voranmeldung mit Terminabsprache erforderlich.

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