Rundgang: Zur Langen Nacht der Kölner Museen kommen mehr als 20000 Besucher.

Alphornbläser begeistern im Kulturquartier.
Alphornbläser begeistern im Kulturquartier.

Alphornbläser begeistern im Kulturquartier.

Treffpunkt der Nachtschwärmer – die Passage am Römisch-Germanischen-Museum.

Im Wallraf-Richartz-Museum dreht sich alles um das Thema Licht.

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Alphornbläser begeistern im Kulturquartier.

Köln. "Damit habe ich nicht gerechnet. Ich wollte mir nur die neue Sonderausstellung ansehen. Da komm ich wohl lieber morgen wieder", sagt ein älterer Herr beim Blick auf die lange Warteschlange vor dem Kulturquartier am Neumarkt. Unzählige Menschen zieht es am Samstag bei der langen Nacht der Kölner Museen zu dem neuen Gebäudekomplex. Mehr Geduld hat da Victoria Täger: "Wann kommt man mal als Student zu dem Preis in alle Museen und bekommt dazu noch ein Kulturprogramm geboten", sagt die Kölnerin. Dazu gehören an diesem Abend vor dem Reisspeicher auch drei Alphornbläser, die für eine besondere Atmosphäre sorgen.

Klassische Musik verzaubert die Archäologische Zone

Warten müssen auch die Besucher, bevor sie sich die Ausgrabung an der Archäologischen Zone anschauen können. "Die lassen immer nur 30 Leute rein. Das dauert uns zu lange, wir versuchen es später noch mal", erklärt Susanne Strätz. Wer wartet, dem bietet sich auf dem Platz zwischen Rathaus und Wallraff-Richartz-Museum eine fast schon unwirkliche Stimmung. Aus den Lautsprechern kommt klassische Musik, während die alten Mauern in den Ausgrabungen im blauen Licht erscheinen.

"Die lange Nacht ist ein Happening mit Partycharakter. Das finde ich wunderschön. Leider komme ich von hier nicht weg", sagt Johann Maria Farina. In seinem Duftmuseum sind gerade russische Gäste unterwegs, die in ihrer Landessprache mehr über das kölnisch Wasser erfahren. "Bei der Museumsnacht sind viele internationale Besucher in Köln. Deshalb bieten wir Führungen in russisch, englisch, polnisch und französisch an", erläutert Farina.

Währenddessen startet im Wallraf-Richartz-Museum gerade eine der Führungen. Zentrales Thema ist das Licht in den Museen. "Früher konnten die Häuser nur tagsüber öffnen. Das hat sich erst mit dem Gaslicht verändert", erklärt der Führer seinem Publikum. Wie Licht Gemälde verändert, erfahren diese ganz praktisch. So verlieren Farben wie Rot und Braun bei der alten, hellen Beleuchtung ihren Glanz, der erst zurückkehrt als das Licht wieder gedämmt und auf das Kunstobjekt fokussiert wird.

Sehr angetan sind Fabio und Julian (beide 11) nach dem Besuch der Ausgrabungen unter dem Dom. "Das war ziemlich interessant. Jetzt geht es aber zum meinem Lieblingsmuseum, dem Sport- und Olympiamuseum. Da kann man viele Sachen ausprobieren", freut sich Fabio, während sich draußen die Besucher gedulden müssen und drinnen die Leute sich dicht an dicht durch die Grabung drängeln.

Vor dem Museum Ludwig machen Ralf Müller und seine Freunde erstmal Pläne für die Nacht: "Wir leben hier schon eine Weile, in den Museen waren wir aber noch nie. Zum Teil weiß ich gar nicht, was man da sehen kann. Das wird sich heute Nacht aber noch ändern", verspricht der Student, während seine Kumpels das Programmheft studieren.

Im Museum genießen viele die Museumsnacht bei Livemusik im Foyer zuerst mal mit einem Bier oder einem Cocktail. "Das ist toll gemacht und macht mehr Spaß als eine Nacht in der Disko", freut sich Marc (18).

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