Mit dem traurigschönen Horrormärchen „Super 8“ huldigt Regisseur J.J. Abrams seinem großen Vorbild Steven Spielberg.

Sci-Fi
So sehen 13-Jährige aus, die eben zum ersten Mal ein Wesen sehen, dessen Existenz ihnen niemand glauben wird (v.l.): Cary (Ryan Mills), Charles (Riley Griffiths), Joe (Joel Courtney) und Preston (Zach Mills).

So sehen 13-Jährige aus, die eben zum ersten Mal ein Wesen sehen, dessen Existenz ihnen niemand glauben wird (v.l.): Cary (Ryan Mills), Charles (Riley Griffiths), Joe (Joel Courtney) und Preston (Zach Mills).

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So sehen 13-Jährige aus, die eben zum ersten Mal ein Wesen sehen, dessen Existenz ihnen niemand glauben wird (v.l.): Cary (Ryan Mills), Charles (Riley Griffiths), Joe (Joel Courtney) und Preston (Zach Mills).

Steven Spielberg ist zwar mittlerweile 64, man kann es sich aber trotzdem immer noch gut vorstellen, wie er damals in den 1960ern als Teenager mit seiner Super-8-Kamera durch die Vorstadt stromerte, um mit seinen Freunden Filme zu drehen.

Spielberg war ein Besessener, seinem Spieltrieb, seiner Vorstellungskraft, seiner Detailverliebtheit und seiner Verschrobenheit hat Hollywood mehr zu verdanken als jedem anderen Regisseur. Nicht zuletzt, weil er die schmutzigen Genres Horror und Fantasy familientauglich – und damit gewinnbringend – aufbereitete.

„Super 8“ huldigt Spielberg und seinen frühen cineastischen Drahtseilakten von „E.T.“ über „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ bis „Jurassic Park“: Regisseur J.J. Abrams, der mit nostalgischem Schmelz und beißender Ironie vor zwei Jahren bereits die „Star Trek“-Reihe fürs Kino wiederbelebt hat, nimmt sich für die Hommage an sein großes Vorbild dessen besten Trick zu Herzen: Er schildert das Unfassbare aus dem unschuldigen Blickwinkel von Kindern.

Beim Zombiefilm-Dreh entgleist ein Gütertransport

1979 spielt seine Monstermär, im Mittelpunkt zwei Nachbarskinder, Joe (Joel Courtney) und Alice (Elle Fanning). Er: emotional vereinsamt, weil sich der Vater (Kyle Chandler) nach dem Unfalltod der Mutter abkapselt. Sie: für ihr Alter ungewöhnlich abgeklärt, was auf die Alkoholsucht ihres Vaters zurückzuführen ist.

Abwechslung finden sie beim Filmprojekt ihres Klassenkameraden Charles (Riley Griffiths), der sich in den Kopf gesetzt hat, einen Zombiehorror im Film-Noir-Gewand auf die Beine zu stellen. Als die Crew eine dafür unabdingbare Bahnhofsszene drehen will, werden sie Zeuge, wie ein Truck auf die Schienen fährt, um einen Gütertransport entgleisen zu lassen.

Nach der Havarie verschwinden Menschen

Während Waggons durch die Luft fliegen und Triebwagen explodieren, verlieren die Kinder im allgemeinen Gewirr ihre Kamera. Dass sie aufzeichnet, was der Zug transportiert hat, und in welche Gefahr sie die Fracht bringen wird, ahnen die Kinder erst, als die ersten Einwohner ihrer Gemeinde spurlos verschwinden.

Die packende, geistreiche wie auch vollkommen spinnerte Geschichte hat Abrams selbst erdacht. Von ihrem Zuhause sind die Jugendlichen desillusioniert, in der Clique suchen sie Abenteuer. Der Regisseur lässt sie sich an Verschwörungstheorien abarbeiten, bis sie feststellen, dass das Ausmaß des Komplotts wesentlich grauenvoller ist, als es jede absurde Enthauptungsszene, die sie für ihren Billigstreifen ersonnen haben, sein könnte.

Ein Film wie eine Wundertüte

„Super 8“ ist das, was man gerne eine kleine Wundertüte nennt. Der Film ist spannend, aufwühlend, altmodisch, effektreich, einfallsreich, witzig, dramatisch, erschreckend, romantisch und traurig zugleich. Es ist tatsächlich so, als hätte Spielberg selbst inszeniert. Tatsächlich hat er aber nur das Geld bereitgestellt.

Wertung: n n n n n

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