Prämiert wurde ein Auszug aus einem noch unveröffentlichten Roman.

Jens Petersen wurde schon zahlreich ausgezeichnet.
Jens Petersen wurde schon zahlreich ausgezeichnet.

Jens Petersen wurde schon zahlreich ausgezeichnet.

dpa

Jens Petersen wurde schon zahlreich ausgezeichnet.

Klagenfurt. Der berührendste Text erhielt am Ende den Preis: Jens Petersen, aus Deutschland stammender und in Zürich lebender Arzt und Schriftsteller, hat am Sonntag in Klagenfurt den 33. Ingeborg Bachmann-Preis gewonnen. Nach einem dreitägigen Vorlesemarathon stimmte die Mehrheit der sieben Juroren im zweiten Wahlgang für einen Auszug aus seinem noch unveröffentlichten Roman "Bis dass der Tod...". Der renommierte Preis ist mit 25 000 Euro dotiert.

Der Bachmann-Preis gilt als einer der wichtigsten Literaturpreise

Der von der Stadt Klagenfurt gestiftete Bachmann-Preis gilt seit seiner Gründung 1977 als einer der wichtigsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. Er ist nach der in Klagenfurt geborenen Dichterin Ingeborg Bachmann benannt. Zu dem Wettbewerb waren insgesamt acht Deutsche, vier Österreicher und zwei Schweizer eingeladen.

In dem düsteren Text des aus Pinneberg bei Hamburg stammenden Autors Jens Petersen geht es um eine Liebesbeziehung und ihr tragisches Ende. Ein Mann erschießt seine seit vielen Jahren pflegebedürftige Partnerin, schafft es dann aber - zumindest in dem vorliegenden Text-Auszug nicht, sich danach selbst das Leben zu nehmen. "Bis dass der Tod..." ist ein Ausschnitt eines noch unveröffentlichten Romans des Autors, der für seine Arbeiten in den vergangenen Jahren bereits mehrere Literatur- und Förderpreise erhalten hat. Seinen ersten Roman veröffentlichte der Mediziner mit "Die Haushälterin" im Jahre 2005.

Sein unter den Juroren kaum umstrittener, als "beklemmend" charakterisierter Beitrag war vom deutschen Vorsitzenden der Jury, Burkhard Spinnen, für den Wettbewerb vorgeschlagen worden. Einer der sieben Juroren, von denen vier erstmals in Klagenfurt teilnahmen, bezeichnete Petersens detaillierte, und schmerzhafte Beschreibungen der Verzweiflungstat als "post-apokalyptische Landschaften".

Beobachter des in diesem Jahr wieder auf drei Lesetage ausgeweiteten Vorlese-Wettstreits kritisierten allerdings einen Mangel an neuen Ideen im Bachmann-Wettbewerb. Den originellsten Beitrag leistete hier wohl der Wiener Philipp Weiss, bei dessen Erzählung "Blätterliebe" es um den Schaffensprozess eines Schriftstellers geht. Nach der Lesung verspeiste Weiss vor Jury und Publikum sein elfseitiges Manuskript.

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