Das Heine-Institut in Düsseldorf zeigt seine Kronjuwelen aus Papier, die einzig erhaltene Handschrift des weltbekannten „Loreley“-Gedichts.

Auf blasblauem Papier steht es geschrieben – Heinrich Heines Gedicht „Loreley“.
Auf blasblauem Papier steht es geschrieben – Heinrich Heines Gedicht „Loreley“.

Auf blasblauem Papier steht es geschrieben – Heinrich Heines Gedicht „Loreley“.

dpa

Auf blasblauem Papier steht es geschrieben – Heinrich Heines Gedicht „Loreley“.

Düsseldorf. „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“, so beginnt die „Loreley“, eines der berühmtesten Gedichte Heinrich Heines (1797-1856), unzählige Male vertont und gesungen. Der Düsseldorfer Dichter, Satiriker und Kosmopolit, der bei konservativen Zeitgenossen nicht gut gelitten war und als Jude von den Nazis gar posthum verfemt wurde, ist heute aus der Romantik nicht mehr wegzudenken.

Und selbst die Nationalsozialisten konnten die Verse des jüdischen Dichters nicht aus dem Gedächtnis der Menschen löschen, auch wenn in den Büchern der NS-Zeit der Autor der „Loreley“ als „unbekannt“ bezeichnet wurde.

Heine schrieb auf blassblaues holländisches Velinpapier

10 000 Heine-Lieder, die von 2500 verschiedenen Komponisten stammen, haben Anteil an Heines aktueller Popularität. Schumanns Heine-Zyklus „Dichterliebe“ gehört zu den beliebtesten Musikwerken des 19. Jahrhunderts überhaupt.

Nun sitzt das Heinrich-Heine-Institut in Heines Geburtsstadt Düsseldorf auf einem Schatz an Originalhandschriften. Zu den papierenen Kronjuwelen in diesem Archiv gehört auch die einzige erhaltene Federhandschrift Heines des Gedichts über die blonde Rhein-Schönheit Loreley, die sich auf dem mittelrheinischen Felsen das lange Haar kämmt und damit den Schiffern bis zum Kentern den Kopf verdreht.

Zu sehen ist das auf dem damals handelsüblichen blassblauen holländischen Velinpapier geschriebene Original nun im Rahmen einer Sonderausstellung, die von Samstag bis zum 31. Juli im Düsseldorfer Heine-Institut vor allem Notenblätter der Vertonungen zeigt. Um die Dokumente auch akustisch erlebbar zu machen, gibt es eine „Klang-Dusche“, unter der die Besucher die Lieder hören können.

Der Düsseldorfer mochte Mendelssohns Vertonung nicht

Samstag, 15 Uhr, im Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf, Bilker Straße 12-14. Öffnungszeiten: Di-Fr, So 11-17 Uhr, Sa 13-17 Uhr. Eintritt: Erwachsene vier Euro, bis 18 Jahre frei.

Samstag, 13. Juli und Samstag, 20. Juli, jeweils um 15 Uhr. Die Rundgänge werden musikalisch gestaltet von Musikstudenten der Robert-Schumann-Hochschule.

Telefon 0211/89 95 571. duesseldorf.de/heineinstitut

Nun sei die Loreley, deren berühmteste Vertonung von Friedrich Silcher (1789-1860) stammt, gar nicht der Spitzenreiter bei den Vertonungszahlen, sondern das 222 Mal verkomponierte Gedicht „Du bist wie eine Blume“, sagt Ausstellungskurator Jan von Holtum. Die bekanntesten Heine-Lieder stammen von den Zeitgenossen Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Doch mit Mendelssohns heute so berühmtem Lied „Auf Flügeln des Gesanges“ habe Heine selbst nicht so viel anfangen können, sagt der Ausstellungskurator. Es sei ihm „zu wenig Melodie“ darin gewesen – eine verblüffende Kritik angesichts der sehr eingängigen, schwärmerischen Musik Mendelssohns. Heine habe einen Komponisten favorisiert, den man heute kaum kennt: Joseph Klein.

Musikstudenten gestalten ein Rahmenprogramm

Robert Schumanns Notenmanuskript der „Lotusblume“ liegt im Schaukasten direkt neben des Komponisten Privatausgabe von Heines „Buch der Lieder“.

Ausgestellte Briefe von und an Heine geben in der Schau zudem Auskunft über die Meinungen, die Heine zum Musikleben seiner Zeit hatte. Zusätzliches Leben in die Heine-Ausstellung kommt durch ein Begleitprogramm mit Führungen und Auftritten von Musikstudenten der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule.

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